05.04.11

Tiere

Elefantenkuh Shaina Pali im Berliner Zoo gestorben

Zweieinhalb Wochen nach Eisbärstar Knut ist erneut ein beim Publikum beliebtes Tier im Berliner Zoo völlig überraschend gestorben. Die sechsjährige Elefantenkuh Shaina Pali lag tot in ihrem Stall.

Foto: dapd/DAPD
Elefantenkuh im Zoo verendet
Das Elefantenmädchen Shaina Pali im Berliner Zoo drei Tage nach ihrer Geburt (Foto vom 17. Juni 2005). Die asiatische Elefantenkuh sei jetzt tot von ihrem Pfleger im Stall gefunden worden, sagte Zoosprecherin Claudia Bienek

Im Berliner Zoo ist in der Nacht zu Dienstag ein Elefant verendet. Die asiatische Elefantenkuh Shaina Pali sei am Morgen tot von ihrem Pfleger im Stall gefunden worden, sagte Zoosprecherin Claudia Bienek. Der Tod der fast sechsjährigen, asiatischen Elefantenkuh kam genau so schnell und überraschend wie der des vierjährigen Eisbären Knut vor zweieinhalb Wochen. Nach einer ersten Sektion steht fest: Shaina Pali ist wie ihr älterer Bruder Kiri einem Herpes-Virus erlegen. Die Elefantin war bereits rund 2000 Kilo schwer und hatte eine Schulterhöhe von zwei Meter erreicht, galt aber noch nicht als erwachsen.

Shaina Pali war 2005 von Mutter Pang Pha im Zoo zur Welt gebracht worden. Vater ist der Bulle Victor. Bereits das erste Junge der Elefantenkuh, Kiri, war Ende 2000 war an einer Herpes-Infektion gestorben. Der kleine Elefant war damals vom Naturkundemuseum präpariert worden. Kiris Vater Kiba starb ebenfalls an Herpes.

"Der Virus ist noch nicht nachgewiesen, aber die pathologischen Veränderungen im Körper von Shaina Pali legen nahe, dass es der Elefanten-Herpes war", sagte Zoo-Tierarzt Andreas Ochs. In der Herz- wie in der Magen- und Darmmuskulatur seien die typischen Blutungen aufgetreten. Vorher habe nichts auf eine Erkrankung von Shaina Pali hingedeutet. "Der Verlauf der Virusausschwemmung ins Blut ist so rasant, dass dieser Virus in Stunden zum Tod führt", sagte Ochs.

Der Berliner Zoo hat leidvolle Erfahrung mit dem Blitztod durch Elefanten-Herpes. Am 28. Dezember 2000 starb der erst neun Monate alte Bulle Kiri daran. Er war der absolute Publikumsliebling im Zoo. Denn er war die erste Elefantengeburt nach 62-jähriger Pause im ältesten Zoo Deutschlands. Mutter Pang Pha entwickelte jedoch für ihren Erstgeborenen keine mütterlichen Gefühle und verstieß ihn. So war Kiri der erste Elefant in Deutschland, der per Flasche aufgezogen wurde.

Die ganze Sorge der Tierpfleger gilt jetzt der jüngeren Schwester von Shaina Pali, der zwei Jahre alten Ko Raya. Die Herpes-Erkrankung trifft nach Angaben von Ochs ausschließlich asiatische Elefanten. "Es wird vermutet, dass der Elefanten-Herpes-Virus von afrikanischen Elefanten stammt, diese selbst aber nicht schädigt", so der Tierarzt.

Die jetzt noch siebenköpfige Elefantenherde werde zweimal im Jahr mit einem selbstentwickelten Immunstoff geimpft. "Gefeit gegen weitere Erkrankungen unserer Elefanten sind wir dadurch nicht. Denn der Herpes-Virus ist da, den bekommen wir nicht mehr weg", betonte Ochs. Da Ko Raya noch zu klein sei und sich kein Blut abnehmen lasse, werde jetzt täglich ihr Kot unterm Elektronenmikroskop auf den tödlichen Erreger untersucht.

Dass sich Tierschützer jetzt noch vehementer gegen die Haltung von Wildtieren in Zoos aussprechen werden, sieht auch der Tierarzt. "Diese Diskussion liegt nahe. Doch es ist eine unglückliche Verkettung von Umständen die nichts miteinander zu tun haben", betonte Ochs. Der weltweit bekannte Eisbär Knut war Mitte März nach einer wochenlangen Gehirnentzündung mit Muskelkrämpfen von seinem Felsen gestürzt und im Wassergraben des Geheges ertrunken. Der Virus, der die tödliche Erkrankung auslöste, ist noch unbekannt.

Quelle: dpa/dapdsei
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