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26.02.11

Doktorarbeit-Affäre

Demonstration mit Schuhen gegen Guttenberg

Mehrere hundert Demonstranten haben in Berlin den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gefordert.

dapd/DAPD

Über Facebook und Twitter war zu der Veranstaltung aufgerufen worden mit dem Hashtag "#guttbye".

6 Bilder

Mehrere hundert Demonstranten haben sich am Sonnabendmittag unter anderem über Facebook dazu verabredet, "dem Lügenbaron den Schuh" zu zeigen. Sie folgten einem Aufruf des Bloggers Frank Rieger. Die Proteste richteten sich gegen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Die Demonstranten fordern seinen Rücktritt nach der Plagiatsaffäre um dessen Doktorarbeit. Der Demonstrationszug begann um 12.30 Uhr am Potsdamer Platz und endete rund eine Stunde später am Bundesverteidigungsministerium in der Stauffenbergstraße.

Gegen Mittag füllte sich der Potsdamer Platz an der historischen Ampel. Teilnehmer der Demonstration dokumentierten den Protestzug unter anderem über den Kurzmitteilungsdienst Twitter. Viele der Demonstranten hielten Schuhe in den Händen: Das Zeigen von Schuhen als Ausdruck des Protests war zuletzt unter anderem während der Revolution in Ägypten zu sehen, als Demonstranten damit gegen Staatschef Husni Mubarak protestierten. Die Schuhsohle zu zeigen gilt in arabischen Ländern als abwertendes Zeichen, weil sie unrein ist und stets mit Staub und Schmutz in Berührung kommt.

Guttenberg war der Doktortitel aberkannt worden, weil er fremde Quellen nicht ausgewiesen hatte. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ihr Festhalten an dem CSU-Minister mehrfach bekräftigt. Angemeldet war die Demo laut Polizei unter dem Motto „Protest gegen das ehrlose Verhalten des Verteidigungsministers, der Bundeskanzlerin und der Regierungsfraktionen im Bundestag“. Die Berliner Polizei sprach auf Anfrage von einer sehr friedlichen Demonstration mit rund 300 angemeldeten Demonstrationsteilnehmern. Zum Abschluss hinterließen die Demonstranten ihre Protest-Schuhe am Zaun des Verteidigungsministeriums.

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