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04.01.11

Besucherbilanz

Osten verliert Interesse an Hohenschönhausen

Die Stasi-Opfer-Gedenkstätte hat im vergangenen Jahr einen neuen Besucherrekord verzeichnet. Die Besuchergruppen kamen vor allem aus NRW und Bayern, um das ehemalige Stasigefängnis zu besuchen. Doch das Interesse in den Ost-Ländern schwindet.

2010 besichtigten 332000 Menschen das ehemalige zentrale Untersuchungsgefängnis des DDR-Staatssicherheitsdienstes an der Genslerstraße 66. Im Jahr 2009 waren es 314.000. Das entspricht einer Steigerung von mehr als fünf Prozent. Besucherstärkster Monat mit mehr als 40.000 Gästen war der Oktober.

Der größte Teil der angemeldeten Besuchergruppen kam aus den westdeutschen Bundesländern. Spitzenreiter war Nordrhein-Westfalen (40.000) vor Bayern (38.000) und Baden-Württemberg (34.000). Aus den fünf ostdeutschen Ländern wurden jedoch insgesamt nur 15000 Besucher begrüßt. Mit knapp 18.000 sank auch der Anteil der Berliner um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der ausländischen Gäste stieg hingegen von 38.000 auf 46.000. Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe freut sich besonders über das wachsende Interesse von Schülern und Auszubildenden an der DDR-Vergangenheit.

160.000 nahmen 2010 an einer Führung durch die vor 20 Jahren stillgelegte Haftanstalt teil – 15.000 mehr als 2009. Knabe zeigte sich „aber besorgt, dass viele Ostdeutsche die Auseinandersetzung mit dem DDR-Unrecht offenbar scheuen“. „Wir werden diesem Trend entgegenwirken“, sagte er. Es gebe deshalb ein neues Angebot der Gedenkstätte, mit Zeitzeugen und Hintergrundinformationen direkt in die Schulen zu gehen. „Wenn die ostdeutschen Schüler nicht zu uns kommen, dann kommen wir eben zu ihnen“, sagte der Historiker. Das Angebot gilt aber für alle Bundesländer. Mehr als 80 ehemalige politische Häftlinge sind bereit, mit Schülern zu diskutieren.

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