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13.12.10

Demonstration

Nach Prügel-Vorwurf Ermittlungen gegen Polizisten

Nach Prügel-Vorwürfen gegen Berliner Polizisten bei einer Demonstration wird nun wegen Körperverletzung im Amt ermittelt. Die Polizei hat ein entsprechendes Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet.

© dpa/DPA
Demonstration für Menschenrechte im Iran

Das Landeskriminalamt (LKA) hat von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt gegen Unbekannt eingeleitet. Wie viele Polizisten überprüft werden sollten, blieb unklar. Vom Dienst sei kein Beamter suspendiert worden.

Hintergrund sind Vorwürfe von Menschenrechtlern, wonach Berliner Polizisten am Freitagnachmittag während einer Demonstration vor der Iranischen Botschaft an der Podbielskiallee in Dahlem acht Teilnehmer verletzt haben sollen. Eine Frau habe nach Angaben ihrer Tochter sogar einen Lendenwirbelbruch erlitten, die Schwere der Verletzung sei derzeit noch nicht absehbar. Die Polizei wies dies zurück. Der Rechtsanwalt der 57-Jährigen, Daniel Wölky, hatte mitgeteilt, dass seine Mandantin Anzeige wegen schwerer Körperverletzung erstattet habe.

Etwa 80 bis 100 Menschenrechtler hatten sich gegen 14 Uhr an der Vertretung eingefunden und unter anderem ein Plakat entrollt, auf dem in persischer Sprache die Forderung „Nieder mit der Islamischen Republik Iran“ stand. Dieses wurde laut Augenzeugen gegen 15 Uhr von der Polizei beschlagnahmt.

Bei der Festnahme von vier Personen sei während eines anschließenden Gerangels die 57-jährige Thahereh L. – eine deutsche Staatsbürgerin iranischer Abstammung – getreten worden und zu Boden gegangen. „Bei ihr wurde eine Fraktur eines Lendenwirbels festgestellt“, so die Tochter der Frau. „Glücklicherweise sind bislang keine Lähmungserscheinungen aufgetreten. Der genaue Behandlungsplan steht noch nicht fest. Meine Mutter bekam strenge Bettruhe verordnet“, sagte die Tochter. Es gebe Filmmaterial von dem Zwischenfall, das am Montag ausgewertet werden soll.

Die Berliner Polizei reagierte am Sonntag auf die Vorwürfe und gab eine Presseerklärung heraus. „Die Darstellung des Komitees zur Unterstützung der politischen Gefangenen im Iran – Berlin e.V. steht im Widerspruch zu den bisher vorliegenden polizeilichen Erkenntnissen. Beim Landeskriminalamt wird von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt eingeleitet, in dessen Rahmen die Vorwürfe geprüft werden.“ Nach Informationen von Morgenpost Online liegen Berichte vor, wonach die Beamten angegriffen worden seien, als sie das Plakat entfernen mussten, weil der Botschafter Anzeige erstattet hatte. Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: mb/dpa
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