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03.12.10

Terrorwarnung

Berliner melden 220 verdächtige Gegenstände

Nach der Terrorwarnung durch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat die Berliner Polizei deutlich mehr Hinweise auf verdächtige Gegenstände bekommen.

Vom 15. November bis 1. Dezember 2010 seien 221 entsprechende Notrufe mit Hinweise auf verdächtige Gegenstände eingegangen, teilte die Polizei am Freitag mit. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es 22 gewesen.

Auch am Freitag gingen wieder besorgte Anrufe ein; ein Flügel der Humboldt-Universität wurde geräumt. Der Grund war ein verdächtiges Paket, das in dem Gebäude an der Straße Unter den Linden gefunden wurde, sagte ein Polizeisprecher. Auf allen drei Etagen mussten die Studenten das Gebäude verlassen. Kriminaltechniker durchleuchteten das Paket und gaben Entwarnung. Sie fanden lediglich Gipsfiguren, die wahrscheinlich für eine Weihnachtskrippe gedacht waren, gab ein Polizeisprecher bekannt. An dem Einsatz in Berlin-Mitte war eine Hundertschaft Polizisten beteiligt.

Insgesamt wählten in den rund zwei Wochen im Vergleich zum Vorjahr aber weniger Menschen die Nummer 110. Die Polizei verzeichnete 64.035 Notrufe, rund 650 weniger als in der zweiten Novemberhälfe 2009. Die Zahlen würden dafür sprechen, dass die Bürger wie von den Sicherheitsbehörden empfohlen aufmerksam gewesen, aber auch, aber besonnen geblieben seien, sagte ein Sprecher. Eine erhöhte Belastung an den Notruf-Annahmeplätzen mit der Folge längerer Wartezeiten sei nicht eingetreten.

In der Einsatzleitzentrale der Berliner Polizei werden den Angaben zufolge im Jahr etwa 1,3 Millionen Notrufe entgegengenommen. Das sind rund 3900 Anrufe pro Tag. In Spitzenzeiten können es rund 630 Notrufe pro Stunde sein. Es komme jedoch immer wieder vor, dass Bürger die Notrufnummer aus belanglosen Gründen wählten, etwa um sich einen Scherz zu erlauben. Damit blockierten sie die Leitung für ernste Fälle. Die Berliner Polizei ruft dazu auf, die Telefonnummer 110 wirklich nur im Notfall zu wählen.

Im ersten Halbjahr 2010 seien etwa 75 Prozent der Notrufe innerhalb von zehn Sekunden abgearbeitet.

Quelle: dpa/sei
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