Berliner Wasserbetriebe
RWE schließt Verkauf seiner Anteile nicht aus
Die Chancen auf eine Rekommunalisierung der 1999 teilprivatisierten Berliner Wasserbetriebe (BWB) steigen. Zwischen Anteilseigner RWE und dem Land Berlin gibt es diesbezüglich bereits Gespräche. Veolia lehnt eine Veräußerung aber klar ab.
Der Energie-Versorger RWE ist für Verhandlungen mit dem Land Berlin über den Verkauf seiner Anteile an den Wasserbetrieben offen. „Wir sind gesprächsbereit“, sagte RWE-Sprecherin Annett Urbaczka am Sonnabend Morgenpost Online. Sie bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ (Montag). Demnach hat Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) Sondierungsgespräche mit RWE und dem Umweltdienstleister Veolia bereits aufgenommen.
Das Land, das die Mehrheit an den Wasserbetrieben hält, will den 1999 mit RWE und dem französischen Mischkonzern Veolia geschlossenen Kaufvertrag auflösen. Es will den Versorger wieder vollständig übernehmen. Noch vor einer Woche hatten die beiden privaten Teilhaber, die zusammen 49,9 Prozent der Wasserbetriebe besitzen, einen Verkauf ausgeschlossen.
Der Sprecher von Veolia Wasser, Matthias Kolbeck, sagte am Samstag der Nachrichtenagentur dapd, die Anteile des Unternehmens stünden nicht zum Verkauf. „Wir bleiben bei einem Nein.“ Der Konzern stehe zu seinem Engagement in Berlin und wolle dies auch fortsetzen. Veolia sei aber bereit, mit dem Senat über die Vertragsmodalitäten zu sprechen. Das habe das Unternehmen bereits bei den Gesprächen über die Offenlegung der Verträge zur Teilprivatisierung zugesagt.
Nach jahrelangen Differenzen hatten sich der Senat und die privaten Anteilseigner am 10. November darauf verständigt, die Vereinbarung der Konsortialverträge von 1999 mit sämtlichen Anlagen und Änderungsvereinbarungen zu veröffentlichen. Damit kamen sie einer Forderung des Volksbegehrens „Schluss mit Geheimverträgen - Wir Berliner wollen unser Wasser zurück“ nach, das von mehr als 280.000 Berlinern unterschrieben wurde. Die Initiatoren vom Berliner Wassertisch wollen aber trotz der Veröffentlichung an der Durchführung eines Volksentscheids festhalten, der voraussichtlich im ersten Quartal 2011 stattfinden wird.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Wasserverträge: Bürger sind noch nicht die Sieger
- Teilprivatisierung: Flucht nach vorn - Senat legt Wasserverträge offen
- Tarife: Geheimer Millionenpoker ums Berliner Wasser
- Volksentscheid: Initiatoren sehen Hinweise auf weitere Verträge
- Berliner Wasserbetriebe: Volksentscheid benötigt 615.000 Ja-Stimmen
- Berliner Wasserbetriebe: Nächste Runde im Kampf um die Wasserverträge
-
11:08Umfrage: Immer weniger Deutsche mögen Israel
-
10:17Arabischer Frühling: Ägypter wählen bei ersten freien Wahlen neuen...
-
10:17Doppelspitze: Linken-Führungsstreit – Frauen gehen in die Offens...
- 1. Umweltminister Norbert Röttgens bitterer Abgang von der großen Bühne
- 2. Schweden Taufe - Prinzessin Estelle quietscht vor Vergnügen
- 3. Börsenkurs Talfahrt der Facebook-Aktie nimmt kein Ende
- 4. Militärtechnik Pferdeähnlicher Roboter soll Soldaten unterstützen
- 5. Schüsse an Schule Amokalarm - Polizei nimmt 14-Jährigen in Memmingen fest














