Anonyme Urnenbestattung
Berliner sparen bei der Beerdigung
40 Prozent der im vergangenen Jahr verstorbenen Berliner wurden anonym beigesetzt. Dabei sind Urnensammelgräber, glaubt man der Bestatter-Innung, gar nicht so günstig.
Aus Kostengründen entscheiden sich weiterhin viele Berliner für eine anonyme letzte Ruhestätte. Wie die Bestatter-Innung von Berlin und Brandenburg am Dienstag mitteilte, halte sich der Irrglaube, die Beisetzung auf sogenannten Urnengemeinschaftsanlagen – also Sammelgräbern auf einer Wiese – sei am günstigsten. Die Wiesengräber seien jedoch deutlich teurer als normale Urnenstätten, denn hier müssten die Kosten „für 20 Jahre Rasen mähen“ getragen werden. Viele Angehörige würden sich zudem für Gemeinschaftsanlagen entscheiden, weil sie die Grabpflege vermeiden wollen.
Nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg sind im vergangenen Jahr 12.268 der 30.155 verstorbenen Berliner, also rund 40 Prozent, ohne Namensnennung beigesetzt worden. Damit stagniere die Zahl der anonymen Bestattungen seit 2002 zwar, bewege sich aber weiter auf hohem Niveau. Die Bestatter-Innung empfiehlt auch fernab der Kostenfrage ein Grab mit Namenszug. Vor allem Freunde und Bekannte würden sich häufig einen direkten Ort des Gedenkens wünschen, hätten aber keinerlei Einfluss auf die Art und Weise der Bestattung.
Als Alternativen zur anonymen Beisetzung schlägt die Innung Urnenwandfächer vor: Hier wird die Urne nicht in den Boden, sondern in eine Mauer gesetzt, auf der der Name und Lebensdaten des Verstorbenen stehen. Auch Wiesen- oder Gartenflächen mit einer Namenstafel seien eine Möglichkeit. Für eine Urne entschieden sich im vergangenen Jahr rund 24.000 Berliner, für eine Erdbestattung nur noch rund 6000.
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