Literatur-Auszeichnung
Berliner Autor Reinhard Jirgl erhält Büchner-Preis
Der 57-jährige Autor bekommt die Auszeichnung für sein episches Werk von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen.
Der Berliner Schriftsteller Reinhard Jirgl ist am Sonnabend in Darmstadt mit dem Georg-Büchner-Preis 2010 geehrt worden. Der 57-jährige Autor bekomme die Auszeichnung für sein episches Werk, sagte der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Klaus Reichert. In seinen Romanen habe er ein „eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet“. Der bedeutendste deutsche Literaturpreis ist mit 40.000 Euro dotiert.
Der in Ost-Berlin geborene Reinhard Jirgl hat nach seiner Ausbildung als Elektromechaniker ab 1971 Elektronik an der Humboldt-Universität studiert. Noch während des Studiums begann er mit ersten Prosatexten. Ab 1975 arbeitete er als Ingenieur, gab seinen Beruf 1978 jedoch auf, um sich mehr dem Schreiben widmen zu können. Als er 1985 sein erstes Manuskript „Mutter Vater Roman“ beim Aufbau-Verlag Berlin einreichte, wurde ihm eine „nichtmarxistische Geschichtsauffassung“ vorgeworfen und die Veröffentlichung des Romans verweigert.
Jirgl setzte das Schreiben heimlich fort. Bis zur Wende 1989 lagen sechs fertige Manuskripte vor – ohne dass ein einziges Buch von ihm veröffentlicht worden war. In der unmittelbaren Nachwendezeit 1990 konnte sein erstes Buch „Mutter Vater Roman“ schließlich doch erscheinen. Bekannt wurde der Autor aber erst 1993, als er für seinen Roman „Abschied von den Feinden“ mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet wurde. Seit 1996 arbeitet Jirgl als freier Schriftsteller.
Der Büchner-Preis ist nach dem Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Freiheitskämpfer Georg Büchner (1813-1837) benannt und wird seit 1923 vergeben. 1951 wurde der Preis in einen reinen Literaturpreis umgewandelt. Im vergangenen Jahr wurde der österreichische Schriftsteller Walter Kappacher damit ausgezeichnet.
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