Weniger Aufträge
Berliner Treberhilfe sieht sich nicht vor dem Aus
Der Senat hat der Berliner Treberhilfe Aufträge mit einem Gesamtvolumen von jährlich rund 700.000 Euro gestrichen. Das treibe das Unternehmen nicht in den Ruin, sagt die Geschäftsleitung und erhebt Vorüwrfe
Die mit der Maserati-Affäre in die Schlagzeilen geratene Berliner Treberhilfe ist Spekulationen entgegengetreten, dass sie vor dem wirtschaftlichen Aus stehen könnte. „Dem ist nicht so“, hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung. Die Strukturen des gemeinnützigen Unternehmens seien stabil und sorgten nicht nur für 210 Arbeitsplätze, sondern auch für eine kontinuierliche und sehr gute Betreuungsleistung für die Hilfebedürftigen. Vor einigen Monaten hatte die Treberhilfe, die sich um Obdachlose kümmert, allerdings noch mehr als 260 Beschäftigte.
Sozialsenatorin Carola Bluhm (Linke) hatte kürzlich angekündigt, die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen in der Beratungstätigkeit und Straßensozialarbeit mit jugendlichen Obdachlosen einzustellen. Es geht um ein Volumem von rund 700.000 Euro pro Jahr. Die Geschäftsleitung der Treberhilfe nannte es unverständlich, dass ihr die Senatsverwaltung keine Aufträge mehr geben will. Sie sieht sich unverschuldet als Spielball in einem Konflikt zwischen der Sozialsenatorin und dem Treberhilfe-Miteigentümer Harald Ehlert. Dieser Konflikt werde massiv auf dem Rücken der Mitarbeiter und Klienten ausgetragen.
„Man möchte sinnbildlich schon davon sprechen, dass hier auf fremden Ärschen, nämlich auf denen der Mitarbeiter und Klienten, durchs Feuer geritten wird“, erklärte der amtierende Geschäftsführer Frank Biskup. Er vertrat zugleich die Ansicht, dass die Treberhilfe mittlerweile eine Offenheit und Transparenz biete, wie sie im Rahmen der in Berlin bestehenden Kontrollsysteme überhaupt nicht vorgesehen gewesen sei.
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