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21.10.10

Sicherheit

Drei radikale Islamisten kommen nach Berlin

Drei der radikalsten islamistischen Prediger Deutschlands werden in Berlin erwartet. Sie sollen am Sonnabend in einer Neuköllner Moschee ein Seminar abhalten.

Die in Sicherheitskreisen als fundamentalistisch und Gewalt legitimierend eingeschätzten Prediger Abu Dujana, Abdullatif und Ibrahim Abou-Nagie sollen am Sonnabend ein „Islam-Seminar“ in einer Moschee im Berliner Bezirk Neukölln abhalten. Der Berliner Verfassungsschutz bestätigte auf Anfrage, von der Veranstaltung und der Gruppe der Prediger Kenntnis zu haben.

Sicherheitsexperten zählen die drei Männer zur Bewegung des sogenannten Salafismus . Dabei handelt es sich um die nach Angaben von Verfassungsschützern am schnellsten wachsende islamistische Strömung in Deutschland. Die Moschee, in der Abou-Nagie, Abdullatif und Abu Dujana auftreten wollen, liegt im sogenannten Schillerkiez und wird vor allem von Muslimen aus Bangladesch besucht. Beobachtern war sie bisher kaum aufgefallen.

Die drei in Berlin auftretenden Salafisten gehören zur Gruppe „Die wahre Religion“, die bisher vor allem im Raum Köln/Bonn aktiv war. Islamismus-Expertin Claudia Dantschke vom Berliner Zentrum Demokratische Kultur hält die Gruppe und ihre Prediger für besonders problematisch. „Sie legitimieren Gewalt und die Ideologie des bewaffneten Dschihad und grenzen sich auch nicht von Terror ab. Damit tragen sie Verantwortung dafür, wenn deutsche Jugendliche nach Afghanistan gehen, um dort in den 'Heiligen Krieg' zu ziehen.“

Belege für die Ideologie der „wahren Religion“ finden sich im Internet. In einer der dort veröffentlichten Ansprachen verherrlicht der organisatorische Kopf der Gruppe, Ibrahim Abou-Nagie, den Märtyrertod: „Möge Allah uns alle als Märtyrer sterben lassen. Das ist mein Wunsch. Und ich bitte Allah in jedem Gebet: Allah, lass mich als Märtyrer sterben.“

Quelle: dapd/sei
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