Schienenersatzverkehr
BVG-Kunden dürfen jetzt auch Taxi fahren
Damit es künftig bei Betriebsstörungen der BVG schneller weiter geht, dürfen Fahrgäste künftig auch auf ein Taxi umsteigen. Ein erster Einsatzversuch ging allerding gründlich daneben.
Können U-Bahnzüge oder Straßenbahnen wegen eines Defekts nicht mehr weiterfahren, heißt es für die Fahrgäste erst einmal: aussteigen und warten. Damit es für sie künftig schneller weitergeht, wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bei kurzfristigen Betriebsstörungen auch Großraumtaxis als Ersatzverkehr einsetzen. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit drei großen Berufsverbänden in der Stadt geschlossen worden, sagte BVG-Sprecher Klaus Wazlak.
relatedlinksDie Idee der BVG: Ein Taxi, das ohnehin in der Nähe ist, kann schneller am Ort der Störung sein als eigene Busse, die erst von einem Betriebshof angefordert oder gar aus dem laufenden Linienverkehr abgezogen werden müssen. So müssen die Fahrgäste nicht mehr so lange auf den Weitertransport warten. Auch betriebswirtschaftlich verspricht sich die BVG einen Vorteil. Denn der Einsatz einiger weniger Taxis kann gerade in den Außenbezirken und bei nur wenigen betroffenen Reisenden effektiver sein als der größerer Busse, die dann für den regulären Betrieb nicht mehr zur Verfügung stehen.
Allerdings ist am Mittwoch ein erster Einsatzversuch gründlich daneben gegangen. Als in der Mittagszeit der Betrieb der U-Bahnlinie U3 in Zehlendorf wegen eines umgestürzten Baums zwischen Onkel-Toms-Hütte und Oskar-Helene-Heim für gut eine Stunde unterbrochen werden musste, kam kein Taxi der BVG zur Hilfe. „Wir hatten erst eine Zusage von den Taxizentralen, doch gekommen ist dann keiner“, sagte BVG-Sprecher Wazlak. Etwas dagegen unternehmen könnten die Verkehrsbetriebe nicht, denn die Entscheidung, ob Ersatzverkehr gefahren wird oder nicht, liege am Ende bei dem jeweiligen Taxi-Unternehmer. Über die Höhe der Vergütung der Fahrten wollte die BVG gestern keine Angaben machen.
Möglicherweise war ein Einsatz bei der Internationaler Funkausstellung für die Taxifahrer lukrativer, vermutet Jens Wieseke vom Berliner Fahrgastverband Igeb. Grundsätzlich begrüßt der Verband aber den neuen Service, da Fahrgäste davon profitieren könnten. Die BVG will den Taxi-Schienenersatzverkehr zunächst ein halbes Jahr erproben. In anderen deutschen Großstädten wie Nürnberg, Frankfurt/M. und Hamburg werde der Ersatzverkehr mit Taxen bereits seit Längerem mit Erfolg praktiziert, hieß es. fü
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