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Bundesvision Songcontest

Berliner Bands dominieren Raabs Musikwettbewerb

Für jedes Bundesland tritt bei Stefan Raabs Deutschland-Grandprix ein Künstler oder eine Band an. Allerdings genießen sechs von ihnen bei der Veranstaltung in Berlin Heimvorteil.

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Duo Ich + Ich
Foto: picture-alliance/ dpa/dpa
16 Bands treten bei Stefan Raabs Bundesvision Songcontest 2010 gegeneinander an. Für die einzelnen Bundesländer an den Start gehen: Ich + Ich mit dem Titel „Yasmine“ für Berlin.

Der Favorit scheint der Konkurrenz schon vor dem Startschuss weit enteilt zu sein. Zu steil geriet der musikalische Aufstieg des Grafen von Unheilig – kürzlich übertrumpfte er sogar den Rekord von Herbert Grönemeyer: 14 Wochen an der Spitze der Albumcharts. Bei Stefan Raabs Bundesvision Songcontest bekommt er es als Vertreter Nordrhein-Westfalens aber mit einer geballten Ladung Berliner Musik zu tun – auch wenn pro Bundesland nur jeweils eine Band antritt. Am 1. Oktober wird in der Max-Schmeling-Halle in Berlin, live übertragen von ProSieben, der Sieger ausgesungen. Ab Montag stellt Raab bei TV Total die einzelnen Vertreter der 16 Bundesländer vor.

Peter Fox holte den Bundesvision Songcontest nach Berlin

Im vergangenen Jahr konnte Peter Fox mit seiner Hymne „Schwarz zu blau“ nicht nur den Sieg für seine Heimat Berlin erstreiten, sondern holte damit auch die Veranstaltung in die Hauptstadt: Wie beim Eurovision Song Contest wird der nächste Wettbewerb immer im Gewinnerland veranstaltet. Das Erfolgsduo Ich + Ich, das sich demnächst eine Pause gönnen wird, geht für Berlin als Titelverteidiger ins Rennen. Und angesichts von Platin- und Goldauszeichnungen könnten die Echogewinner Adel Tawil und Annette Humpe den momentanen Siegeszug des Grafen durchaus stoppen. „Es ist eine große Ehre, für meine Heimatstadt Berlin anzutreten. Berlin ist eine sehr freigeistige Stadt ohne große kulturelle Barrieren“, sagt Tawil, der den Song „Yasmine“ gemeinsam mit dem Sänger Mohammed Mounir präsentieren wird.

Die Historie der bisher fünf Bundesvision Song Contests zeigt: Auf Berlin ist Verlass – und wenn es einmal nicht so läuft, springt Brandenburg ein. Nach Platz drei bei der Premiere 2005 durch Sido folgte der Triumph von Seeed – und Bronze ging eigentlich auch an Berlin: Zwar spielten In Extremo mit E-Gitarre und Dudelsack für Thüringen auf, doch die meisten Bandmitglieder leben in der Hauptstadt. MIA schrammten danach mit Platz vier nur knapp an einem Podestplatz vorbei. Culcha Candela landeten 2008 auf Rang sieben, doch da waren die Mittelalter-Rocker von Subway To Sally zur Stelle: Sie holten den Sieg für Brandenburg.

Dieses Mal schickt Berlins Nachbar einen Sänger ins Rennen, der im Juni gerade sein Debüt herausgebracht hat: Das Gezeichnete Ich. Seine Konkurrenz aus Berlin kennt der junge Pop-Poet mit dem ungewöhnlichen Namen bestens: Ich + Ich hatten ihn schon als Support mit auf Tour genommen. Das Gezeichnete Ich verbringt zwar viel Zeit in Berlin, wo er mit Freunden auch seinen Bandproberaum hat. Aber: „Ein großer Teil meines Lebens spielt sich auch in Brandenburg ab – mein Sohn lebt dort. Ich trete mit voller Leidenschaft für Brandenburg an. Die Landschaft ist wunderbar und ich liebe es, mit meinem Sohn am See zu sitzen." Zu den liebsten Orten von Vater und Sohn zählt Sanssouci. „Ich erzähle ihm dann alte Geschichten über das Schloss und wir spielen einige Szenen nach", sagt er.

Sechs Bands und Künstler haben Berliner Wurzeln

Ein bisschen – oder auch ein bisschen mehr – Berlin steckt auch in anderen Künstlern, die beim Bundesvision Song Contest antreten. Einer fällt schon durch seinen skurrilen Namen auf: Die Blockflöte des Todes alias Songwriter Matthias Schrei. Dieser lebt zwar in Berlin, machte jedoch die ersten Schritte seines Lebens in Chemnitz – und tritt für Sachsen an. Auch Sängerin Oceana gibt auf ihrer Myspace-Seite „Berlin“ als Heimat an, doch ihr Gesangspartner Leon Taylor ist ein echter Hesse – damit stand das Bundesland fest. Und auch wenn man Silly-Frontfrau Anna Loos, die in Steglitz lebt, eher mit Berlin verbindet – der Bezug zu Sachsen-Anhalt fällt nicht schwer. „Drei meiner Jungs haben nicht nur ihre musikalischen Wurzeln in diesem Bundesland“, betont sie – sie sind dort geboren oder aufgewachsen. Selbst im Saarland steckt Berlin: In Hamburg, Saarbrücken und eben Berlin liegen die Wurzeln der Band Mikroboy. Sechs Bands oder Künstler können damit in der Max-Schmeling-Halle einen gewissen Heimvorteil genießen – und am Thron des Grafen rütteln.



Erschienen am 06.09.2010

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