Logo der Berliner Morgenpost
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1387300/Berlin-verbietet-Fashion-Week-auf-dem-Bebelplatz.html
twitter Facebook StudiVZ/MeinVZ
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Beschluss

Berlin verbietet Fashion Week auf dem Bebelplatz

Ab sofort sind kommerzielle Veranstaltungen auf dem Bebelplatz wegen der historischen Bedeutung des Ortes untersagt. Dies hat der Kulturausschuss nun beschlossen. Damit muss sich nun auch die Fashion Week ein neues Domizil suchen.

Zurück Bild 1 von 29 Weiter
Fashion Week
Foto: Massimo Rodari
Es ist wieder so weit: Die Fashion Week in Berlin beginnt. Zum "Prolog" am Vorabend der Eröffnung kamen auch viele Prominete. Unter ihnen war auch Sara Nuru.

Im Juli haben internationale Designer bei der Mercedes-Benz Fashion Week ihre Kreationen auf dem Bebelplatz gezeigt – voraussichtlich zum letzten Mal, denn ab sofort wird die bekannte Modewoche auf dem Bebelplatz verboten sein. Das hat der Kulturausschuss während seiner jüngsten Sitzung am Montag beschlossen. Die Veranstalter der Fashion Week wollten dazu am Dienstag keine Stellung nehmen.

Auch die Kunsteisbahn, die seit 2005 jedes Jahr pünktlich zur Winterzeit aufgebaut wurde, ist von dem Beschluss betroffen. Die Veranstalter wurden am Dienstag von der Nachricht völlig überrascht.

Begründet wird das Verbot mit der Geschichte des Bebelplatzes. Auf ihm verbrannten die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 Bücher, Werke von kritischen, „undeutschen“ Autoren. Seit 1995 erinnert ein Fenster im Boden, durch das man in eine Bibliothek mit leeren Regalen blicken kann, an die Bücherverbrennung.

Seit Jahren wird wegen dieses historischen Hintergrundes über eine kommerzielle Nutzung des Platzes diskutiert. Ab sofort darf der Bebelplatz nun nicht mehr für Veranstaltungen dieser Art genutzt werden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte sich im Kulturausschuss gegen ein Nutzungsverbot für die Veranstalter der Fashion Week ausgesprochen. Als Grund führte er an, dass bislang kein Ausweichort für die Veranstaltung gefunden sei. Die Schuld daran weist Alice Ströver, kulturpolitische Sprecherin der Grünen und Vorsitzende des Ausschusses für kulturelle Angelegenheiten, aber von sich: „Die Schuld liegt beim Bezirk und beim Senat, sie haben die Sache ausgesessen und sich nicht rechtzeitig um einen Ersatzort gekümmert.“

Das Denkmal, so Ströver, sei nur wahrzunehmen, wenn der Platz frei bleibe. Diese Meinung vertritt auch Monika Grütters (CDU), Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag. „Die Rücksichtslosigkeit, mit der hier dem Denkmal begegnet wurde, ist wirklich ärgerlich“, sagt sie.

Beide Politikerinnen weisen auf unverfänglichere Ausweichplätze hin. Beispielsweise stünden der Schloßplatz oder der Washingtonplatz zur Verfügung. Im Kulturausschuss seien sich durchaus alle Mitglieder über die Bedeutung der Fashion Week für Berlin im Klaren, sagt Alice Ströver. „Es gibt aber genug attraktive Plätze zwischen Hauptbahnhof und Kanzleramt.“Zie

Anzeige
Anzeige
Video-Nachrichten aus Berlin
Video Bilanz
Bilanz
100 Tage Piratenfraktion
Die Zeitung
Premium Inhalte
Anzeige