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31.08.10

Angriff

Psychisch Kranker sticht auf Polizisten ein

Ein Mann hat einen Polizisten mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Der psychisch Kranke sollte in eine Klinik eingewiesen werden. Er versuchte jedoch zu entkommen.

Erneut ist ein Polizeibeamter in Ausübung seiner Tätigkeit angegriffen worden: Ein 43 Jahre alter Mann hat Dienstagmittag in Spandau einen Polizeibeamten mit einem Messerstich schwer verletzt. Der offenbar geistig verwirrte Mann war kurz zuvor in Haselhorst aus einer Einrichtung für betreutes Wohnen geflohen. Der 43-Jährige sollte in eine psychiatrische Klinik überführt werden. Dafür lagen nach Informationen dieser Zeitung ein Gerichtsbeschluss und eine Verfügung vom zuständigen Gesundheitsamt vor.

Die Polizisten machten den Mann gegen 12.25 Uhr an der Daumstraße nahe der Kreuzung Kleine Eiswerderstraße ausfindig. Als die Beamten den Gesuchten ansprachen, um ihn, wie gefordert, in eine Klinik zu bringen, zog er unvermittelt ein Messer. Damit stach er auf einen der beiden Polizisten ein und fügte dem Beamten am Oberkörper eine tiefe Schnittwunde zu. Der verletzte Hauptkommissar kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Angaben zur Schwere der Verletzung wurden von der Polizei bislang nicht gemacht. Der Verletzte soll sich jedoch nicht in Lebensgefahr befinden. Nach Informationen dieser Zeitung hat der Polizist keine stich- oder schusssichere Weste getragen.

Nachdem der Kollege des verletzten Hauptkommissars die Rettungskräfte alarmiert hatte, setzte er gegen den weiterhin aggressiven Mann Pfefferspray ein und konnte den Täter so überwältigen. Rettungssanitäter behandelten den Mann noch am Tatort. Gegenüber den Sanitätern soll er geäußert haben, dass er seine Medikamente nicht eingenommen habe und daher so aggressiv sei. Gegen den 43-Jährigen wird jetzt wegen versuchten Totschlags ermittelt. Die zweite Mordkommission der Polizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Beamte der Spurensicherung stellten das Messer noch am Tatort sicher.

Nach Angaben der Polizei meldeten sich im vergangenen Jahr insgesamt 3175 Beamte als im Dienst verletzt. Das waren 300 mehr als 2008. Die Zahl lag deutlich über dem bisherigen Berliner Höchstwert im Jahr 2003. Damals wurden 2955 Polizisten verletzt; allein bei Demonstrationen erlitten fast 400 Polizisten Verletzungen. Knapp 500 Beamte mussten zum Arzt, nachdem sich Täter gegen ihre Festnahme gewehrt hatten (Widerstand gegen die Staatsgewalt).

„Die Zahlen sind eine Bestätigung dafür, dass die Hemmschwelle, Amtsträger anzugreifen, gesunken ist“, sagte der CDU-Abgeordnete Peter Trapp, Vorsitzender des Berliner Innenausschusses, bei Veröffentlichung der Statistik. Die Kosten für die Genesung der verletzten Polizisten lagen im vergangenen Jahr bei fast 3,39 Millionen Euro.

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