Tag der Deutschen Einheit
CDU fordert Volksfest in Berlin am 3. Oktober
Zum Tag der Deutschen Einheit wird es keine Party in Berlin geben. Es wird nur in kleinen Kreisen gefeiert. Die CDU will ein Fest für alle. Doch der Senat hält sich zurück - wohl auch aus Rücksicht auf Bremen
Von Gilbert Schomaker
Die Berliner CDU fordert ein großes Volksfest zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit. „Bis heute gibt es viele Brüche innerhalb Berlins, die aus der Zeit der Teilung rühren. Daher ist eine zentrale Festveranstaltung in der Hauptstadt ein Fest der Freude und für alle Berlinerinnen und Berliner so wichtig“, erklärte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende und kulturpolitische Sprecher Michael Braun.
Mehrfach habe die CDU-Fraktion den rot-roten Senat dazu aufgefordert, eine zentrale Festveranstaltung für alle Menschen durchzuführen. Denn Berlin sei die einzige Stadt in Deutschland gewesen, die von 1961 bis 1989 geteilt gewesen sei, sagte Braun. Bisher gibt es allerdings nur Planungen, am 2. Oktober, einen Tag vor dem Tag der Deutschen Einheit, eine Feier zur Wiedervereinigung im Abgeordnetenhaus zu veranstalten. „Doch statt Freude und Feierlaune unter den Berlinern zu verbreiten, reduziert sich diese Veranstaltung auf einen eingegrenzten Personenkreis. Diese Form der Festlichkeit ist zu kopflastig, zu wenig“, sagte Braun. Er forderte den Senat auf, „unsere europäischen Nachbarn und amerikanischen Freunde“ in die Vorbereitungen des Festes mit einzubeziehen, da es ohne ihr Einverständnis und ihre Unterstützung nicht zur Wiedervereinigung gekommen wäre.
Senatssprecher Richard Meng wies den Vorschlag zurück. Der Tag der Deutschen Einheit sei ein Feiertag des Bundes. „Der Bund ist dann auch am Zug“, sagte Meng. Er verwies auf das zentrale Fest zum Tag der Deutschen Einheit, das in diesem Jahr in Bremen stattfindet. Das hängt damit zusammen, dass Bremen den Bundesratsvorsitz innehat. In der Hansestadt werde sich Berlin am 3. Oktober darstellen, sagte Meng. Des Weiteren gibt es Überlegungen für eine Feier des Bundestags im Reichstag. Mit beiden Veranstaltungen hat Berlin allerdings direkt nichts zu tun. Ein Fest wird es auch am Brandenburger Tor geben – veranstaltet wird es aber von privaten Unternehmern.
Vor einem Jahr hatte Berlin mit einer Feier zum 20. Jahrestags des Falls der Mauer für Aufsehen gesorgt. Damals waren die Bilder von den fallenden Dominosteinen am Brandenburger Tor um die Welt gegangen. Auch im Vorfeld des Mauerfalljubiläums hatte es Kritik an den Feierlichkeiten gegeben. Das Fest selbst hatte dann aber für einen wahren Besucheransturm in der Hauptstadt gesorgt. Damals hatte der Senat die Planungen organisiert, die Bundesregierung hatte sich erst kurzfristig um das Jubiläum gekümmert.
Die Gedenkstunde des Abgeordnetenhauses in diesem Jahr ist bewusst auf den 2. Oktober gelegt worden, weil an diesem Tag vor 20 Jahren die Stadtkommandanten der Alliierten die Macht an den Senat zurückgegeben hatten. Auf eine große Feier am 3. Oktober will der Senat auch verzichten, weil man Bremen, das an der Reihe ist, nicht in den Rücken fallen will. Denn wahrscheinlich würden die Bilder vom Brandenburger Tor und nicht vom Roland wieder in den Fernsehnachrichten übertragen.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Interaktive Grafik
- Studie: Ost-West-Teilung soll in Berlin besonders stark sein
- Tag der Deutschen Einheit: Das Programm auf der Festmeile
- Ben-Wagin-Kunstaktion: Sonnenblumen sollen entlang der Mauer blühen
- Deutsche Teilung: Die Mauer - ein Lehrstück für die Zukunft
- Wiedervereinigung: Deutsche haben die Mauer noch in den Köpfen
-
22:35Erste Rede: Altmaier will 150-prozentig Umweltminister sein
-
21:34Erste in Potsdam: Sarrazins neues Buch mobilisiert nicht die Massen
-
20:56Flughafen-Desaster: BER-Vertuschungsvorwürfe - Platzeck unter Druck
- 1. Umweltminister Norbert Röttgens bitterer Abgang von der großen Bühne
- 2. Nach Urteilsspruch Experte rät Hertha notfalls zur dritten Instanz
- 3. Störungen S-Bahn-Verkehr nach Kabelbrand bis Mittwoch gestört
- 4. Kommentar Hertha-Einspruch abgewiesen - ein Urteil mit fataler Wirkung
- 5. Militärtechnik Pferdeähnlicher Roboter soll Soldaten unterstützen














