Autochaos
Verkehrskonzept für Tempelhof ist nicht in Sicht
Sonntag, 29. August 2010 10:42 - Von Markus FalknerAm früheren Flughafen Tempelhof wird es keine zusätzlichen Parkplätze für Besucher von Veranstaltungen geben. Der Bezirk und Anwohner ärgern sich über den Senat.
Die Anwohner des ehemaligen Flughafens Tempelhof müssen weiter auf ein schlüssiges Verkehrskonzept für Großveranstaltungen auf dem Gelände warten. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat die Vorstellung der Pläne erneut verschoben. Das Konzept werde nun „wahrscheinlich im September“ vorliegen, sagt Behördensprecher Mathias Gille. Ursprünglich wollte die Verwaltung schon im März sagen, wie sie ein Verkehrschaos bei Veranstaltungen auf dem Flugfeld verhindern will. Später war von Mai, zuletzt von Mitte August die Rede.
Die Senatsverwaltung macht den komplizierten Abstimmungsprozess für die Verzögerung verantwortlich. Alle bisherigen Planungen würden derzeit auf Plausibilität und Machbarkeit überprüft. Verkehrsplaner, Behörden, Polizei, Feuerwehr, Anwohnervertreter und Verkehrsunternehmen seien beteiligt. Zudem gelte es eine Vielzahl von unterschiedlichen Veranstaltungen zu berücksichtigen, sagt Gille. „Es geht hier um mehr als um das Aufstellen von ein paar Absperrgittern“, sagte der Behördensprecher.
Fest steht bislang nur, dass es keine zusätzlichen Parkplätze auf den riesigen Betonflächen des Flughafengeländes geben soll. Das Ziel der Senatsverwaltung ist es, Autoverkehr zu Veranstaltungen möglichst zu vermeiden. Das will auch Stadtrat Schworck. Er verweist auf die gute Anbindung des Geländes an das Bus-, U-Bahn- und S-Bahn-Netz. Um mehr Besucher in die öffentlichen Verkehrsmittel zu locken, unterstützt er einen Vorschlag des Fahrgastverbandes Igeb. Jener hatte schon im Juli gefordert, dass die Senatsverwaltung in Tempelhof nur Veranstaltungen genehmigt, bei denen ein sogenanntes Kombi-Ticket angeboten wird. Unterdessen hat Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) am Sonnabend sechs Entwürfe zur Gestaltung der künftigen Parklandschaft auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens vorgestellt und diese mit Bürgern und Planern diskutiert. Wettbewerbe zur Entwicklung von Stadtlandschaften dürften nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden, sagte die Senatorin.
Die sechs Planungsbüros, die als Sieger aus der ersten Stufe eines landschaftsplanerischen Wettbewerbs hervorgegangen sind, hätten nun bis Dezember Zeit, ihre Entwürfe zu überarbeiten und die heutigen Ideen und Anregungen, aber auch die Kritik der Berliner zu berücksichtigen. „Wir wollen, dass der Park nicht nur ein von der öffentlichen Hand bereitgestellter Erholungsraum ist, sondern ein Raum für gelebte Stadtkultur“, sagte die Senatorin. Die Entwürfe sind auch am Sonntag in Halle A2 des ehemaligen Flughafens zu sehen.


















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