Rosinenbomber
Air Service Berlin GmbH ist zahlungsunfähig
Knapp sechs Wochen nach der Bruchlandung des Rosinenbombers in Schönefeld hat die Dienstleistungsfirma Air Service Berlin GmbH Terminal C Insolvenz beim Amtsgericht Potsdam anmelden müssen. Auch dem Mutterunternehmen steht ähnliches bevor.
Von Katrin Schoelkopf
Probleme mit dem Triebwerk haben im Juni 2010 den Rosinenbomber fast zum Absturz gebracht. Der Pilot rettet die Situation. Reichlich schräg setzt das Flugzeug auf dem Boden auf. Ein Augenzeuge hielt die Notlandung mit seinem Fotoapparat fest.
„Wir sind zahlungsunfähig“, sagte Geschäftsführer Frank Hellberg am Donnerstag Morgenpost Online. „Das Terminal C am Flughafen Schönefeld kann nicht weiterbetrieben werden, da wir zu 80 Prozent vom Rosinenbomber gelebt haben.“ Deshalb hat die Dienstleistungsfirma Air Service Berlin GmbH Terminal C Insolvenz beim Amtsgericht Potsdam anmelden müssen.
Die Rückforderung von Ticketpreisen sei sehr hoch, und Kredite könnten nicht mehr bedient werden. Den zehn Mitarbeitern wurde gekündigt. Inwieweit Kunden, die Tickets für einen Rosinenbomberflug im Voraus gebucht haben, ihr Geld zurückbekommen, wird sich im Insolvenzverfahren entscheiden. Erst vor zwei Jahren im Zuge der Schließung des Flughafens Tempelhof hatte Air Service Berlin 1,2 Millionen Euro in den Umbau des ehemaligen Terminals der israelischen El-Al-Maschinen in Schönefeld investiert.
Auch das Mutterunternehmen Air Service Berlin GmbH CFH wird am Freitag eine sogenannte Planungsinsolvenz beim Amtsgericht Charlottenburg einreichen, teilte der Geschäftsführer Frank Hellberg mit. „Die Planungsinsolvenz ermöglicht, das der noch wirtschaftliche Betrieb des Wasserflugzeugs, des ,WELT'-Ballons und der Verkehrsüberwachung weitergeführt und die dortigen acht Arbeitsplätze erhalten werden können“, sagt Hellberg.
„Ziel einer Planungsinsolvenz ist es, den Gläubigern mehr auszahlen zu können als bei Zerschlagung des Unternehmens und letztlich die Firma wieder auf gesunde Füße zu stellen.“ Die Reparaturarbeiten am Rosinenbomber sind von den Insolvenzverfahren nur unmittelbar betroffen. So wird der Wert des Wracks jetzt voraussichtlich geschätzt. Da der Förderverein „Rosinenbomber e.V.“ das Flugzeug vom Typ DC 3 aus dem Jahr 1944 wieder aufbauen will, muss es die Überbleibsel kaufen.
Inzwischen hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nach Angaben von Hellberg zunächst erst einmal den Rumpf des Flugzeugs freigegeben. Das Unglück mit dem Rosinenbomber hatte sich am Nachmittag des 19. Juni ereignet. Beim Versuch, zu einem Rundflug über Berlin aufzusteigen, hatte der Rosinenbomber eine Bruchlandung gemacht.
Das zweimotorige Passagierflugzeug mit 28 Insassen an Bord wurde bei dem Aufprall kurz vor der Start- und Landebahn in Schönefeld schwer beschädigt. Sieben Menschen, darunter alle drei Crew-Mitglieder, erlitten Verletzungen.
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