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Luxus-Häuser

Chef des Berliner Hotels "Palace" geht

In Berlins Nobelhotels dreht sich das Personalkarussell: Nach Willy Weiland (Interconti) räumt auch Kurt Lehrke seinen Posten als Direktor des Fünf-Sterne-Hauses "Palace" an der Budapester Straße.

Das Hotel Palace an der Budapester Straße gehört zu den besten Häusern Berlins
Foto: Palace
Das Hotel Palace an der Budapester Straße gehört zu den besten Häusern Berlins

Noch rätselt man in der Branche, warum Willy Weiland (62) Ende Juni überraschend seinen Posten als Direktor des Hotels Intercontinental aufgegeben hat, da flattert schon die nächste Hiobsbotschaft ins Haus. Auch Kurt Lehrke (60), der renommierte und langjährige Hoteldirektor des Fünf-Sterne-Hotels „Palace“ an der Budapester Straße, wird nach fast 35 Jahren im Hause dort künftig nicht mehr benötigt. Lapidar heißt es in einer Pressemitteilung im Auftrag von Palace-Eigentümer Christian Pepper: „Kurt Lehrke ist in seiner bisherigen Tätigkeit als General Manager aus dem Hotel Palace Berlin ausgeschieden.“ Man danke ihm „für sein langjähriges Engagement innerhalb des Unternehmens und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute“. Ein Abschied in Freundschaft sieht wohl anders aus.

Kurt Lehrke
Foto: picture-alliance
Kurt Lehrke
Schon längere Zeit, so Bekannte und Freunde, habe Lehrke einen „bedrückten Eindruck“ gemacht. Offensichtlich waren die „unterschiedlichen Ansätze über die strategische Ausrichtung des Hotels“, wie es offiziell heißt, zwischen ihm und dem Eigentümer Anlass für Zerwürfnisse, die nun zur Trennung führten.

Mit Lehrke verliert Berlin nach Weiland – der weiter als Dehoga-Präsident aktiv sein wird – eine prägende Gestalt, die der Luxushotellerie in der Hauptstadt ein Gesicht gab. Lehrke war Aktivist im Kampf für die Attraktivität der City West, langjähriger Vorsitzende der AG City und ist Mitglied der City-Stiftung Berlin. Unter seiner Regie wurde das Sterne-Restaurant „first floor“ – anfangs unter Matthias Buchholz und jetzt unter Matthias Diether – zu einer bekannten und beliebten Gourmet-Adresse. Der Umbau des Restaurants sollte im August unter Lehrkes Regie erfolgen. Auch diese Aufgabe wird nun sein Nachfolger übernehmen.

Mit Michael Frenzel (38) übernimmt der langjährige Resident Manager des Palace das Zepter im Luxus-Herberge (282 Zimmern, 32 Suiten). Als Resident Manager gilt man nach Angaben der Internet-Jobbörse Hotelcareer nach dem Direktor als der "zweite Mann" im Haus, ist u.a. für die Einführung von Produkt- und Servicestandards ebenso verantwortlich wie für die operative Positionierung am Markt und die Preise.

Frenzel ist, ebenso wie der Weiland-Nachfolger im Interconti, Robert Herr (39), ein Vertreter einer neuen Hotel-Manager-Generation, der es vor allen Dingen gelingen soll, in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten die schlingernden Hotelriesen wieder auf Kurs zu bringen. Denn trotz rasant wachsender Übernachtungszahlen in Berlin ist das Hotelgeschäft schwierig. Vor allem in der City West. Dort haben besonders die betagten Häuser im Luxussegment unter dem Druck immer neuer Mitbewerber zu leiden. Und mit der Eröffnung des deutschlandweit ersten Waldorf Astoria an Bahnhof Zoo gibt es ab Herbst 2011 namhafte Konkurrenz ganz in der Nähe. Die Silhouette des Luxushotels mit 231 Zimmern ist schon deutlich sichtbar zu erkennen.

Und da Hotelbetreiber Hilton bei so einem Prestige-Objekt nichts dem Zufall überlassen will, hat es bereits mehr als ein Jahr vor der Eröffnung einen erfahrenen Manager zum Hoteldirektor ernannt. Friedrich W. Niemann (48) wird ab September die Voreröffnungsphase des Hauses leiten und dann versuchen, das Waldorf Astoria als Top-Hotel in der Hauptstadt zu platzieren. Über genügend Erfahrung für diesen Job dürfte Niemann verfügen. Seit vielen Jahren ist er für Hilton Worldwide tätig, zuletzt als General Manager des Athenee Palace Hilton Bucharest in Rumänien.

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