Kriminalität
Wowereit für geschlossene Heime für Kinder-Dealer
Donnerstag, 29. Juli 2010 15:02Die Debatte um Berlins-Kinder-Dealer geht in eine neue Runde. Nun fordert auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit geschlossene Heime für schwer kriminelle Minderjährige. Bisher gibt es solche Einrichtungen nicht.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat geschlossene Heime für schwer kriminelle Kinder und Jugendliche gefordert. Mit Blick auf die 11- bis 13-jährigen Drogendealer, die mit ihrem Verschwinden aus Kinderheimen wochenlang Polizei und Betreuer narrten, sagte Wowerei: „Es muss die Möglichkeit zu geschlossenen Heimen für schwer erziehbare und schwer kriminelle Kinder und Jugendliche geben.“
Er finde es richtig, „dass eine breite Öffentlichkeit sich darüber aufregt, dass diese Bürschlein hier den Rechtsstaat vorführen. Das ist unerträglich“, sagte Wowereit. „Und es kann auch nicht hingenommen werden, dass ein Dealer, der vorgibt, altersmäßig unterhalb der Strafmündigkeit zu sein, uns hier auf der Nase herumtanzt.“
Bisherige Ansätze, solche sehr jungen und strafunmündigen Kriminellen in abgeschiedenen Gegenden unterzubringen und intensiv zu betreuen - „das heißt auch Bewachung“ - sei auch eine Lösung. „Die Diskussion ist nicht neu. Wir haben sie vor wenigen Jahren um die Jugendlichen geführt, die Autos geknackt haben, und auch diese schwer kriminellen Karrieren aufwiesen“ erinnerte Wowereit. „Ich sage, da muss jetzt etwas passieren, sonst verstehen die Leute es nicht mehr. Ich spreche mich für Möglichkeiten einer vernünftigen Unterbringung auch in geschlossenen Heimen aus.“ Ähnlich hatte er sich 2007 geäußert.
Der Staat müsse hier tätig werden, sagte der stellvertretende SPD- Bundesvorsitzende. „Wir müssen auch der Tatsache ins Auge blicken, dass eine Gesellschaft das Recht hat, geschützt zu werden vor Kindern oder Jugendlichen, die Gesetzeslücken ausnutzen, oder besser vor den Hintermännern, die Gesetzeslücken ausnutzen und die Kinder instrumentalisieren. Und den Kindern ist nicht dadurch geholfen, dass man hier in einer Art und Weise Liberalität zeigt, die unangemessen ist.“
"Wir haben in dem Sinne rechtlich keine geschlossenen Heime. Da muss dran gearbeitet werden“, forderte Wowereit. Hier müsse der Bund - auch auf Länderinitiative - tätig werden. „Das ist eine Rechtsstaatsdebatte, die nicht nur Berlin betrifft und bundesweit geführt werden muss.“ Der Regierungschef kündigte an, dass der Berliner Senat sich mit diesem Thema befassen werde. „Wir werden es im Senat diskutieren miteinander, welche Position das Land Berlin dann auch auf der Bundesebene einnimmt.“
Strafgesetze müssten nach seiner Einschätzung dafür nicht geändert werden. „Ich denke, wir müssen die Strafmündigkeit nicht heruntersetzen. Das ist nicht notwendig. Auf der anderen Seite müssen wir aufpassen, dass durch drei jugendliche Dealer nicht bewährte rechtsstaatliche Verfahren und Grundsätze außer Kraft gesetzt werden“, betonte Wowereit.dpa/mim/pol






Stellenmarkt
Wohnungen
Branchenbuch
Kleinanzeigen
Veranstaltungen
Kinoprogramm



















Versicherungen
Gesundheitstests
Hotelsuche
Abo
Stadtplan
epaper
Archivsuche
Zeitung Heute
RSS
Newsticker
Video
TV-Programm
Wetter
Gehaltsrechner
Börse
Kredit und Zinsen
Europa
Krankenkassen
Hilfe
Handelsregister
Leserbrief
Kontakt
Mobilportal
iPhone-/iPad-Apps
Heizölvergleich