Drei Monate nach den diesjährigen Mai-Krawallen muss sich ein 21-Jähriger wegen einer Attacke auf einen Polizisten verantworten. Zu Prozessbeginn verweigerte er die Aussage.
Foto: REUTERS
In Kreuzberg ist es am Abend des 1. Mai 2010 zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Randalierern gekommen - nach einer Demo, die zunächst gewaltfrei begann.
Foto: dpa
Nach einem friedlichen Tag versammelten sich am Abend an der Kottbusser Brücke Tausende Linksradikale zur Demonstration "Krise beenden: Kapitalismus abschaffen", die diesmal vor allem durch Neukölln führte.
Foto: dpa
Erst eine Stunde später als geplant setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Offenbar wurde noch auf Nachzügler aus Prenzlauer Berg gewartet.
Foto: dpa
Von der Kottbusser Brücke an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln starteten die Demonstranten in Richtung Sonnenallee, der Südspitze der Route.
Foto: REUTERS
Bis zum Ziel der Demo blieb es weitgehend friedlich. Doch dann wurde die Stimmung langsam aggressiv.
Foto: dpa
Das Foto täuscht. Idyllisch war es in Berlin-Kreuzberg am Abend des 1. Mai nicht mehr.
Foto: Getty Images
Da nutzte auch der demonstrative Kuss-Einsatz dieses Paares nichts.
Foto: Reuters
Es kam zu den mitllerweile leider üblichen Kreuzberger Mai-Szenen: Es flogen Flaschen und Steine, ....
Foto: dpa
... Polizisten verfolgten Randalierer
Foto: Joerg Krauthoefer
Rettungskräfte versorgten Leichtverletzte.
Foto: Getty Images
Doch die Polizei fand keine schnelle Lösung.
Foto: Getty Images
Die Polizei zog zunächst drei Hundertschaften am Spreewaldplatz zusammen.
Foto: Getty Images
Und wieder erhoben Demonstranten die Hand mit der Flasche.
Foto: REUTERS
Immer wieder provozierten Linksextreme die Polizei, die versuchte, den Spreewaldplatz räumen.
Foto: dpa
Die Gegend um den Spreewaldplatz - genau der Bereich Wiener Straße/Skalitzer Straße wurde zwischen 20 und 21.30 Uhr zum Brennpunkt.
Foto: dpa
Polizeipräsident Dieter Glietsch beobachtete die Lage vor Ort in einem Einsatzwagen der Polizei.
Foto: Getty Images
Einige versuchten die Polizei aus nächster Nähe zu provozieren.
Foto: dpa
Die Lage eskalierte in Kreuzberg.
Foto: dpa
Erst qualmte es nur ein wenig aus einem Müllcontainer.
Foto: REUTERS
Dann brannten kurz vor 22 Uhr die ersten Barrikaden.
Foto: dpa
Manch einer feierte das als Erfolg.
Foto: REUTERS
In den Reihen der Polizei gab es einen Schwerverletzten. Zunächst macht die Meldung über eine Messerattacke auf einen Beamten die Runde. Sie stellte sich später als falsch heraus.
Ein 21-jähriger Berliner, der sich an den diesjährigen Mai-Krawallen beteiligt
haben soll, hat zu Prozessbeginn die Aussage verweigert. In dem
Strafverfahren vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten wird dem Angeklagten
schwerer Landfriedensbruch und versuchte Körperverletzung vorgeworfen. Der
Mann soll in der Nacht zum 2. Mai in Kreuzberg eine Flasche geworfen und den
Helm eines Polizisten getroffen haben. Dabei soll der Angeklagte in einer
Gruppe von Randalierern gestanden haben, die Feuer anzündeten und
Hassparolen gegen Polizisten riefen.
Ein Polizist hatte seinen Angaben nach beobachtet, dass der Angeklagte mit
Wucht die Flasche warf. Welchen Kollegen das Wurfgeschoss traf, konnte der
32-jährige Zeuge nicht sagen. Ein 23- jähriger Polizist beschrieb die
Stimmung als „sehr aggressiv“. Mehrere Flaschen seien geflogen und es gab
polizeifeindliche Sprechchöre. Er selber wurde am Bein getroffen, konnte
aber den Werfer nicht sehen.
Vor zwei Wochen wurde ein Steinewerfer zu einem Jahr und sechs Monaten Haft
mit Bewährung verurteilt. Der ebenfalls 21-jährige Mann hatte in Kreuzberg
Steine auf die Polizei und deren Mannschaftswagen geworfen. Ein politisches
Motiv wurde nicht festgestellt. Insgesamt wurden in Berlin 98 Polizisten
verletzt. 2009 waren es fast 500 Beamte. Die Staatsanwaltschaft hat nach
Angaben eines Justizsprechers 52 Anklagen erhoben.
Berliner Krawalle am 1. Mai