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Kirsten Heisig

Das Vermächtnis der Jugendrichterin – ausverkauft

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In ihrem posthum am Montag erschienenen Buch "Das Ende der Geduld" analysiert Jugendrichterin Kirsten Heisig schonungslos jugendliche Gewalttäter, deren Familien aber auch Staat und Justiz. Schon am ersten Tag war der Report fast vergriffen.

Christina Schwarzer (33) kauft in ihrer Mittagspause bei Hugendubel am Potsdamer Platz eines der letzten Exemplare von Kirsten Heisigs Buch
Foto: Marion Hunger
Christina Schwarzer (33) kauft in ihrer Mittagspause bei Hugendubel am Potsdamer Platz eines der letzten Exemplare von Kirsten Heisigs Buch

Ende Juni nahm sich die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig das Leben. Erst wenige Tage vor ihrem Tod hatte sie die Arbeit an ihrem Buch „Das Ende der Geduld – Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter“ abgeschlossen. Am Montag kam das Buch in den Handel; am Abend war die Startauflage von 40.000 Exemplaren praktisch ausverkauft.

Das Buch ist von Anfang an ein Verkaufsschlager, unter anderem auch deshalb, weil ein Vorabdruck in der Berliner Morgenpost für großes Aufsehen gesorgt hatte. Besonders in Berlin. Denn Kirsten Heisig untermauert ihre Kritik mit Beispielen aus der Berliner Migrantenszene, aus der die meisten der jungen Gewalttäter kommen. In fast allen Berliner Hugendubel-Filialen ist das Buch vergriffen. Gegen zwei Uhr mittags lagen nur noch ein paar Exemplare in den Regalen. Auch das Kulturkaufhaus Dussmann berichtet von einer äußerst hohen Nachfrage. Und beim Internethändler Amazon schoss Heisigs Buch sofort auf Platz eins der Bestseller-Liste.

Der Verlag Herder – in dem Kirsten Heisigs Buch erschienen ist – ist von der Nachfrage selber überrascht. Erst Ende dieser Woche kann wieder Nachschub geliefert werden. Viele Interessenten werden daher in den nächsten Tagen möglicherweise vor leeren Regalen stehen.

In ihrem Buch schildert Kirsten Heisig die typischen kriminellen Karrieren junger Intensivtäter. Sie analysiert und kritisiert den Umgang der Behörden mit diesem Problem, das seit Jahren größer wird. Eine Sprecherin des Verlags Herder sagte am Montag, dass das Interesse an Kirsten Heisigs Buch auch deshalb so groß sei, weil das Thema Jugendgewalt deutschlandweit, besonders aber in den großen Städten, intensiv diskutiert wird. Nach dem Tod der Autorin sei das Buch die einzige Möglichkeit, „mehr über das Leben und die besondere Arbeit von Kirsten Heisig zu erfahren“.

Eine der Käuferinnen bei Hugendubel am Potsdamer Platz war Christina Schwarzer. Über Kirsten Heisig sagte sie: „Sie war eine bewundernswerte Frau, die sehr viel erreicht hat. Sie hat die Wahrheit gesucht und sie aussprechen können.“ Auch deshalb wolle sie das Buch jetzt unbedingt lesen. Die Angestellte kaufte zwei Ausgaben – eine für sich, die andere für ihre Schwiegermutter.

"Das Ende der Geduld – Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter" erscheint am Montag im Verlag Herder. 208 S., 14,95 Euro, ISBN 978–3–451–30204–6sk

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