Kopf des Tages
Julian Assange - Der scheue Aufdecker
Der ehemalige Hacker aus Australien ist einer der Gründer der Whistleblower-Plattform Wikileaks. Bei ihrem jüngsten Coup stellten die Betreiber fast 100.000 geheime Berichte der US-Army ins Netz.
Mit seinen schlohweißen Haaren sieht Julian Assange viel älter aus als 39 Jahre. Doch der Chef der Enthüllungsplattform Wikileaks ist ein Kind der 70er-Jahre. Als Jugendlicher wählte er sich mit seinem Heimcomputer in Mailbox-Systeme ein, brach in Netzwerke von Unternehmen und Behörden ein. Schon damals hatte er US-Militärrechner im Visier.
Der Australier will sich heute nicht mehr „Hacker“ nennen lassen. „Das Wort ist inzwischen vor allem mit der russischen Mafia verknüpft, die die Bankkonten Ihrer Großmutter plündern möchten“, sagt der journalistische Aktivist, wie er sich nennt. Als eine Gruppe von Aktivisten versteht er auch Wikileaks.
"Großherzige Menschen schaffen keine Opfer, sie kümmern sich um Opfer“, erklärt er. „Ich selbst bin eher ein kämpferischer Typ. Zu meinen Stärken gehört nicht unbedingt die Fürsorge. Man kann sich aber auch um die Opfer kümmern, indem man die Täter verfolgt.“ Aufsehen erregte Wikileaks erstmals 2007 mit der Veröffentlichung des Bordvideos eines US-Kampfhubschraubers. Seitdem tauchen immer wieder Gerüchte auf, dass US-Geheimdienste Assange nachstellen.
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