Umgestaltung
Wie das Kottbusser Tor sicherer werden soll
Samstag, 24. Juli 2010 13:56 - Von Sabine FlatauEine Neugestaltung der Mittelinsel am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg und die Einrichtung eines neuen Druckraums für Drogenabhängige sollen die Gegend sicherer machen. Davon sind nicht alle begeistert.
Entspannung am Kottbusser Tor, mehr Toleranz zwischen Suchtkranken und Anwohnern – diese Wirkung soll eine neu gestaltete Mittelinsel haben. Sie bekommt Bänke, einen Kiosk mit Sanitäranlagen und wird von einer Hecke umgeben. Außerdem werde der Platz gepflastert, kündigt Bürgermeister Franz Schulz (Grüne). "Dann kann man ihn besser sauber halten.“
Etwa 150.000 Euro seien dafür bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beantragt. Sie sollen aus dem Förderprogramm "Soziale Stadt“ kommen. Schulz erwartet, dass das Geld nach der Sommerpause bewilligt werde. Dann müssten noch Baustelleneinrichtungen der BVG von der Mittelinsel verschwinden und das Bezirksamt die neue Gestalt planen. Im Frühjahr 2011 könne der Platz fertig sein. Ob ihn die Drogen- und Alkoholabhängigen annehmen, die sich bislang an den U-Bahn-Zugängen und vor dem Supermarkt am Kottbusser Tor sammeln, müsse man abwarten, sagt der Bürgermeister.
Ein weiteres Projekt soll die Drogenszene am Kottbusser Tor entschärfen. Neue Räume sind in Sicht, in denen sich Abhängige unter Aufsicht spritzen können. Sie sollen in der ehemaligen Schule an der Reichenberger Straße 131 eingerichtet werden. Das nicht mehr genutzte Gebäude hat der Liegenschaftsfonds vor Kurzem an die gemeinnützige Gesellschaft "Zuhause im Kiez“ (ZiK) verkauft. Der neue Druckraum wird die Fixerstube an der Dresdener Straße ersetzen, die im Sommer 2009 nach Beschwerden von Nachbarn schließen musste. Betreiber war der Suchthilfeverein Fixpunkt. Er soll auch den neuen Druckraum an der Reichenberger Straße 131 betreuen. Die Gesellschaft ZiK will im Schulgebäude außerdem eine Lehrküche einrichten. Sie betreibt bereits im Nachbarhaus ein Wohnprojekt für Menschen mit HIV, Aids und Hepatitis C.
Das Vorhaben ist im Kiez stark umstritten. Eine Elterninitiative an der Reichenberger Straße will den Druckraum verhindern. Sie meint, dass im Wohnprojekt der ZiK viele ehemalige Drogenabhängige leben, die durch eine benachbarte Fixerstube erneut in Versuchung geraten könnten. Dagegen begrüßen andere Anwohner der Reichenberger Straße das Projekt. Sie setzen sich sogar dafür ein, dass der neue Druckraum rund um die Uhr geöffnet wird. Bürgermeister Schulz sagt, dass sowohl der Verein Fixpunkt als auch das Bezirksamt Gespräche mit Anwohnern anbieten. Es gebe turnusmäßige Gesprächsrunden, die auch nach der Einrichtung des Druckraums fortgesetzt werden sollen.






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