Karate Kid
Warum Will Smiths Küsse peinlich sind
Mit Unterstützung seiner Eltern Jada Pinkett und Will Smith hat der zwölfjährige Jaden in Berlin Showtalent bewiesen. Zusammen mit seiner Familie und Action-Star Jackie Chan besuchte er die Deutschlandpremiere von "Karate Kid".
Zwischen Vater und Sohn passt kein Blatt am Montagmittag im Hotel Adlon. Zusammen mit Kung-Fu-Legende Jackie Chan stellen Will Smith, seine Frau Jada Pinkett und ihr ältester Spross Jaden vor Journalisten ihr Remake von "Karate Kid" vor, bevor abends die Deutschlandpremiere im Cinestar im Sonycenter gefeiert wurde. Der Smith-Sohn spielt in dem Action-Spaß die Hauptrolle, die Eltern haben den Film produziert. Profi-Entertainer Will Smith redet, witzelt und stichelt gewohnt professionell. Hollywood-Neuling Jaden reagiert perfekt. Dabei wäre dem Zwölfjährigen ein wenig Abstand zu seinem Superstar-Vater ("Men in Black", "Sieben Leben") offensichtlich wenigstens in einer Situation auf dem Podium im Ballsaal ganz recht.
Denn, wie unangenehm für einen Fast-Pubertierenden, Hollywood-Dad schickt sich an, Jaden vor den Augen aller einen fetten Knutscher aufzudrücken. In Zeitlupe versteht sich, um zu beweisen, dass einem ein einfacher Kuss doch nicht peinlich sein muss. Den Jungen kann nicht einmal seine neue Afro-Wuschelmähne – am Abend waren die Haare wieder zu anliegenden Zöpfen geflochten – vor der Schmuseattacke schützen und er bereut, offenherzig zugegeben zu haben, dass ihm eine Kussszene während der Dreharbeiten nicht leicht gefallen war. Spaßmacher Will Smith mischt sich ein: "Ein Kuss? Da ist doch nichts dabei." Jaden verzieht keine Miene und lässt das Unvermeidliche über sich ergehen. Sein Kommentar aber ist vernichtend: "Dein Kuss war peinlich."
Abends beim VIP-Empfang im Restaurant "uma" vor der Premiere war das längst vergessen. Da überließ der Sohn seinem Vater gern den Vortritt. Der begrüßte unter anderen Kai Pflaume als alten Bekannten und Schauspieler Florian Simbeck, der mit seiner Frau und den beiden Kindern gekommen war. Viel Showtalent bewies Will Smith auch als er Roland Emmerich erkannte. Der hatte zuvor erklärt, als Regisseur sei man niemals mit Schauspielern befreundet. Wohl auch nicht mit dem Superstar. Trotzdem wurde er von Smith wie der beste Kumpel in den Arm genommen. Showbusiness eben, in dem sich auch Jada Pinkett, Jaden und seine neunjährige Schwester Willow sicher, topgestylt und ohne Hemmungen bewegen und Smalltalk machen.
Nur einmal wurde Will Smith an diesem Abend ernst, als Journalisten ihn nach dem öffentlichen Scheitern von Kinderstars in Hollywood fragten, nach ihren Drogen- oder Alkoholexzessen. Als Teil seiner Antwort wandte er sich an Jaden: "Was willst du dagegen unternehmen, dass du nicht eines Tages ein Auto zu Schrott fährst oder Drogen nimmst?" Jadens Antwort fällt knapp aus: "Wir machen so etwas nicht."
Eine Ausnahme mache er dann aber doch für Jaden: Die Familie reist mit Privatlehrer, der dafür sorgt, dass die Kinder in der Schule nichts verpassen. Denn auch Tochter Willow (9) ist dieses Mal mit nach Berlin gekommen. Der rote Teppich als Familien-Happening. Beide Smith-Kinder stehen von klein auf im Rampenlicht und sind das Interesse an ihren Eltern gewöhnt. Eine Familie als Marketing-Team.
Jetzt kommt halt der Rummel um sie selbst dazu. Die Smiths legt Wert darauf, dass niemand auf die Idee kommt, den Kindern könne der besondere Lebensstil, Premierentour durch Europa inklusive, irgendwie schaden. Bei den viermonatigen Dreharbeiten in China habe sich Jada Pinkett oft mehr in der Mutterrolle gesehen als in der Rolle der Produzentin. "Es ist wichtig, dass sich bei so einem Projekt einer auf die Familie konzentriert", sagt der Vater. Das geistige und körperliche Wohl von Jaden gehe vor. "Jaden kommt es kein bisschen komisch vor, eine Pressekonferenz zu geben."
Wie locker er diesen ganzen Rummel wirklich nimmt, konnte man am Abend kurz vor der Premiere des Films erleben. Nachdem Moderator Kai Pflaume noch einmal alle Schauspieler auf die Bühne gebeten hatte, bekam Jaden die Gelegenheit, auf seine Kusserfahrungen einzugehen. Er sagte, er habe von seinem Vater gelernt, dass er beim Dreh auf jeden Fall den Mund geschlossen halten soll. "Das sieht sonst später im Kino eklig aus." Die Regel habe er befolgt – und hatte außerdem ohnehin genug damit zu tun, das Mädchen, das er im Film küssen sollte, zu beruhigen. "Die war viel nervöser als ich."
















