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Sommer

Berliner erleben heißesten Tag des Jahres

Berlin schwitzt: Am Sonnabend war mit 36,9 Grad der heißeste Tag des Jahres. Doch das Hoch "Zadok" beschert der Hauptstadt am Sonntag noch höhere Temperaturen. Da hilft vielen nur eines.

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Spritzige Abkühlung im Weißensee
Foto: dpa
Spritzige Abkühlung im Weißensee.

Dieses Wochenende bricht alle Rekorde. Nach dem bislang heißesten Tag des Jahres mit 36,9 Grad am Sonnabend in der Hauptstadt – gemessen am Flughafen Tempelhof und am Alexanderplatz, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Sonntag eine Höchsttemperatur von knapp 38 Grad Celsius voraus. Damit könnte der bislang in Berlin bestehende absolute Hitzerekord von 38,7 Grad Celsius aus dem Jahr 1959 fallen. Den absoluten Hitzerekord für einen 10. Juli an der Messstation Tempelhof verfehlte Berlin am Sonnabend nur um ein Zehntel.

Doch egal, ob es am Sonntag nun 38 oder „nur“ 37 Grad heiß werden wird. Der offizielle Temperaturwert wird stets im Schatten und in zwei Metern Höhe gemessen. Im Freien, direkt unter der knalligen Sonne, kann es rasch 45 Grad und heißer sein. Deswegen warnen Ärzte vor akuter Sonnenbrand- und Hitzeschlag-Gefahr.

Wirkliche Rettung vor der Saharahitze, die uns das Hoch „Zadok“ beschert, kann nur der Sprung ins kühle Nass bringen. Wie gut die Wasserqualität an den Berliner Badestellen ist, ermittelt regelmäßig die Berliner Gesundheitsverwaltung. Insgesamt wird allen 38 Badestellen im Stadtgebiet ein hervorragendes bis gutes Zeugnis ausgestellt. Die Wassertemperatur liegt aktuell zwischen 22 und 25 Grad Celsius. Im Strandbad Wannsee wurden am Sonnabend 23 Grad gemessen. Lange Schlangen bildeten sich wieder vor den Kassen der zwölf Sommerbäder der Berliner Bäderbetriebe.

Zehnerkarte am Wannsee

Ob die Öffnungszeiten der Sommerbäder wie in den vergangenen Hitzeperioden verlängert werden, konnte Bäderchef Klaus Lipinsky am Sonnabend noch nicht sagen. „Das liegt jeweils im Ermessen der Badebetriebsleiter. Wir haben das Problem, dass wir die Arbeitszeiten nicht überschreiten dürfen. Anordnen können wir das daher nicht. Ich gehe aber davon aus, dass das Strandbad Wannsee die Öffnungszeit wahrscheinlich verlängern wird.“ Derzeit ist das Wannseebad von montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr und am Wochenende von 8 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4, ermäßigt 2,50 Euro. Lipinsky empfiehlt eine Zehnerkarte, um sich das Schlangestehen zu ersparen. „Hat man erst einmal die Karte, kann man an den Kassen vorbei direkt zum Drehkreuz gehen.“

Wer sich nach etwas weniger Trubel am See sehnt, sollte sich im Brandenburger Umland umsehen. Auf der Internetseite der Brandenburger Landesregierung werden 253 Badestellen aufgelistet. Deren Wasserqualität wird durchweg nicht beanstandet. Allein am Storkower See im Landkreis Oder-Spree östlich von Berlin hat man vier Badestellen zur Auswahl.

Im Süden von Berlin im Landkreis Teltow-Fläming laden beispielsweise der Rangsdorfer See und der Mellensee zum Abkühlen ein. Konkurrenzlos schön und vor allem glasklar ist der Stechlinsee im Norden. Im Westen lockt bei dieser Hitze der Hohennauener See im Havelland.

Verantwortlich für die Gluthitze ist laut DWD-Meteorologin Norma Liefke eine südwestliche Strömung, die sehr heiße und trockene Luft aus dem Norden Afrikas nach Mitteleuropa transportiert. Zudem verhindert ein sehr stabiles und ausgedehntes Hochdruckgebiet über Osteuropa derzeit, dass kühlere und zugleich feuchtere Meeresluft von Westen her vordringt.

Am Sonntagabend könnte es laut Wetterdienst einzelne Wärmegewitter geben. Besonders groß ist die Chance dafür allerdings nur im äußersten Nordwesten Brandenburgs. Erst zur Wochenmitte steigt die Gewitter-Wahrscheinlichkeit auf über 50 Prozent. Spürbare Abkühlung sagt Norma Liefke erst für die zweite Hälfte der kommenden Woche vorher. Dann erwartet sie Höchsttemperaturen, die „nur noch“ um die 30 Grad Celsius liegen werden.

Rekordjahr 2003

Unter Wetterexperten werden bereits Debatten darüber geführt, ob Deutschland ein neuer „Jahrhundertsommer“ wie 2003 bevorsteht. Beim Blick auf die aktuelle Großwetterlage erinnere vieles an den heißen Sommer von vor sieben Jahren, heißt es etwa auf der Seite des Internetdienstes „wetterspiegel.de“. Derzeit würden sich mit einem Trog mehrere Tiefs über dem Nordatlantik befinden, auf dessen Vorderseite subtropische, warme Luft nach Mitteleuropa geführt wird, während Deutschland unter Hochdruckeinfluss liegt. Zum Beginn der neuen Woche zerfällt der Trog etwas und ein Kaltlufttropfen kann sich ablösen.

Anfang Juli 2003 habe es eine sehr ähnliche Wetterlage gegeben. Auch damals befand sich über dem Nordatlantik ein Trog, der in Verbindung mit kälteren Luftmassen stand. Gleichzeitig lag Mitteleuropa unter Hochdruckeinfluss. Und auch Mitte Juli löste sich ein Kaltlufttropfen bei den Britischen Inseln. Im August bildete sich eine typische Omega-Wetterlage (vom griechischen Buchstaben Omega abgeleitet) mit einem stabilen Hoch über Mitteleuropa und Tiefdruckgebieten über dem Atlantik sowie Russland aus. Das führte dazu, dass warme, subtropische Luft, wie momentan auch, aus Südeuropa nach Mitteleuropa transportiert wurde. Dabei kletterte die Höchsttemperatur in die Höhe und lag vom 7. bis 12. August durchgängig über 30 Grad.

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