Notlandung in Tempelhof
Berlin will nun Rundflüge einschränken
Nach der Notlandung einer einmotorigen Propellermaschine in Tempelhof will sich der Senat dafür einsetzen, dass Rundflüge mit solchen Flugzeugen nicht mehr stattfinden können.
Auf dem stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof ist ein Kleinflugzeug notgelandet. Die Maschine vom Typ Socata TB 10 hatte nach Polizeiangaben bei einem Rundflug über der Stadt einen Motordefekt.
Wegen der nicht ungefährlichen Notlandung eines kleinen Propellerflugzeuges auf dem ehemaligen Flughafengelände in Berlin-Tempelhof will der Senat jetzt Rundflüge einschränken. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) kündigte am Donnerstag an, sie werde die Bundeswehr als Veranstalter bitten, „auf Rundflüge mit einmotorigen Maschinen zu verzichten“.
Notlandungen seien immer mit erheblichen Gefahren verbunden. In diesem Fall hätten sich nach Angaben des Piloten bei der Landung etwa 50 Menschen auf der früheren Landebahn befunden, sagte Junge-Reyer im Abgeordnetenhaus.
Ursache für die Notlandung am vergangen Sonnabend sei nach einem Zwischenbericht der Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg wohl ein Bedienungsfehler, so die Senatorin. „Ein technisches Versagen kann ausgeschlossen werden.“ Derartige Rundflüge seien sonst sehr selten. Eine Genehmigung gebe es etwa noch für ein kleines Wasserflugzeug in Treptow.
Die notgelandete viersitzige Maschine war vom militärischen Teil des Flughafens Tegel mit vier Passagieren zu einem Rundflug gestartet. Der Pilot flog im Auftrag der Bundeswehr, die einen Familientag veranstaltete und Rundflüge für Soldaten und ihre Familien anbot.
Während des Fluges fiel der Motor aus, der Pilot konnte keinen der beiden Berliner Flughäfen mehr ansteuern. Er landete die Maschine auf der früheren südlichen Landebahn in Tempelhof. Der Flughafen mitten in der Stadt war im Herbst 2008 stillgelegt worden.
Flugzeug abtransportiert
Das Flugzeug wurde am Mittwochabend mit abmontierten Flügeln auf einem Lastwagen abtransportiert und zum Flughafen Tegel gebracht. Der Eigentümer des Flugzeugs habe den Transport veranlasst. „Wir sind mit dem Ausgang sehr zufrieden“, sagte ein Sprecher der Stadtentwicklungsverwaltung.
Vor rund zehn Tagen war ein sogenannter Rosinenbomber mit zwei Propellern, der für Rundflüge über Berlin kreist, nahe dem Flughafen Schönefeld notgelandet - das Manöver endete aber weniger glimpflich: Kurz nach dem Start war ein Triebwerk ausgefallen, schlitternd kam die Maschine vom Typ Douglas DC-3 an einem Bauzaun zum Stehen. Ein Triebwerk fing Feuer. Sieben der 28 Passagiere wurden verletzt.
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