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Auto-Brandanschlag

Gericht spricht Berlinerin zum zweiten Mal frei

Eine 22 Jahre alte Frau ist vom Landgericht Berlin vom Vorwurf der Autobrandstiftung freigesprochen worden. Es war bereits das zweite Urteil für Alexandra R. - und immer ging es um den selben Fall.

Eine Sympathisantin der linken Szene ist zum zweiten Mal vom Vorwurf der Autobrandstiftung freigesprochen worden. Die 22-jährige Alexandra R. wurde Opfer einer Verwechslung, die Tat ist ihr nicht nachzuweisen, begründete Richter Harald Jung am Dienstag die Entscheidung des Landgerichts.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Berufungsverfahren zwei Jahre und sechs Monate Haft beantragt.

Alexandra R. war in der Nacht zum 18. Mai 2009 in Friedrichshain in der Nähe des Tatorts festgenommen worden. Ein Polizist hatte eine dunkel gekleidete Gestalt an einem Fahrzeug beobachtet. Er verlor die Person beim Wenden seines Fahrzeugs aus den Augen. Kurz darauf wurde die Angeklagte festgenommen. Der Beamte erklärte vor Gericht, er habe sie wiedererkannt. Die Angeklagte schwieg in dem Prozess.

In ihrem Plädoyer vor dem Berliner Landgericht stützte sich die Anklägerin am Dienstag auf Aussagen des Polizisten, der eine Person beim Anzünden eines Grillanzünders auf einem Auto beobachtet hatte. Der Beamte habe die Berlinerin bei der späteren Festnahme in Friedrichshain sicher wiedererkannt. Die Staatsanwaltschaft geht von einer politisch motivierten Tat aus. Die Strafe solle auch zur Abschreckung dienen, betonte die Anklagevertreterin. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch.

Im November 2009 war die Berlinerin schon einmal freigesprochen worden, weil der Polizist sich wegen der schlechten Sicht geirrt haben könne. Die Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt, nachdem ihr Strafantrag auf drei Jahre Haft im November vom Amtsgericht verworfen worden war. Der Richter der ersten Instanz sprach der Binnenschifferin eine Entschädigung für die fünf Monate dauernde Untersuchungshaft zu.

Der jetzige Freispruch ist eine neuerliche Niederlage für die Ermittler. In Berlin wurde bisher kein politisch motivierter Brandstifter verurteilt.

In Berlin waren 2009 mehr als 250 Autos durch Brandstiftungen zerstört oder beschädigt worden. Für etwa die Hälfte wurde die linksextreme Szene verantwortlich gemacht.dpa/sei

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