Fußball-WM 2010
Fanfeiern enden mit Unfällen und Verletzten
Fast 10.000 Menschen haben nach dem Sieg der deutschen Mannschaft friedlich in der Berliner Innenstadt gefeiert. Zwei Personen wurden von Feuerwerkskörpern verletzt. Bei sechs anderen Opfern war Alkohol im Spiel. In Bremerhaven fielen sogar Schüsse.
Deutschlang gegen England - der Fußball-Klassiker zog Hunderttausende auf Deutschlands größte Fanmeile in Berlin.
Bei den Feiern nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft sind am Sonntagabend auf dem Berliner Kurfürstendamm acht Menschen verletzt worden. Zwei von ihnen wurden nach Angaben der Polizei vom Montag von Feuerwerkskörpern getroffen. Die anderen waren gestürzt, vermutlich weil sie zu viel Alkohol getrunken hatten.
Insgesamt hatten etwa 8000 bis 10.000 Fans nach dem Sieg gegen England den Kurfürstendamm erobert. Der Boulevard war vorsorglich für den Verkehr gesperrt worden. In der Innenstadt hingegen sorgten viele hupende Autos für zusätzlichen Jubellärm. Gegen 22 Uhr endete das ausgelassene Spektakel friedlich.
Auf der offiziellen Fanmeile an der Siegessäule hatten sich zuvor rund 350.000 Menschen eingefunden. Bereits eine halbe Stunde vor Spielbeginn um 16 Uhr musste die größte Fanmeile Deutschlands wegen Überfüllung geschlossen werden. Zu größeren Zwischenfällen kam es nicht. Etwa 200 Menschen mussten kurzzeitig behandelt werden, weil sie in dem Gedränge Schwächeanfälle erlitten hatten.
Die übrigen Veranstaltungen im Stadtgebiet verliefen mit mehreren Tausend feiernden Anhängern ohne besondere Vorkommnisse. Insgesamt nahmen Polizisten im Zusammenhang mit den Fußballveranstaltungen 75 Personen wegen verschiedener Delikte wie Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Diebstahls vorläufig fest, die dann wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Darunter befanden sich auch 23 Fußballfans aus Cottbus, die gegen 12 Uhr auf dem Weg zum Fanfest zwei Rauchgasbomben gezündet hatten. Da für sie ein Stadionverbot besteht, verblieben sie während der Dauer der Spielübertragung in Gewahrsam.
Autokorso endet mit Karambolage
Bei einem Autokorso wurden am Sonntagabend in Potsdam acht Menschen verletzt. Etwa 15 Wagen waren auf der Großbeerenstraße unterwegs, wie die Polizei am Montag mitteilte. Als das erste Auto wenden wollte, konnten die Fahrer von elf Wagen bremsen, der 13. allerdings nicht mehr. Das Auto fuhr auf den Vordermann auf und schob insgesamt drei Wagen zusammen. Der 28 Jahre alte Fahrer hatte 1,86 Promille Alkoholgehalt im Blut.
Auch in anderen Städten kam es nach dem Spiel zu Unfällen. Zwei Jugendliche fielen bei einem Autokorso in Mülheim an der Ruhr aus einem Cabrio und wurden dabei schwer verletzt. Nach Polizeiangaben waren zwei Autos nebeneinander hergefahren und dabei zusammengestoßen. Dadurch kamen sie von der Fahrbahn ab. Einer der Wagen prallte gegen eine Hauswand, der andere fuhr gegen einen Poller am Straßenrand. Die 16-Jährigen stürzten durch den Aufprall aus dem Auto. Sie mussten ins Krankenhaus gebracht werden.
Bei einem Autokorso in Mönchengladbach wurden acht Menschen verletzt, darunter drei Kinder. Wie die Polizei mitteilte, waren bei der Jubelfeier vier Autos ineinander gefahren. Einige der am Unfall Beteiligten hatten während des Autokorsos im Auto gestanden und wurden durch den Aufprall leicht verletzt. Sie mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.
Schüsse in Bremerhaven
Bei Feiern jubelnder Fans sind in Bremerhaven zwei Menschen durch Schüsse verletzt worden. Eine 21-Jährige und ein 19-Jähriger erlitten durch die Projektile aus einer Luftdruckwaffe leichte Verletzungen. Woher die Schüsse abgefeuert wurden, ist unklar. Es sei nicht auszuschließen, dass aus umliegenden Wohnungen geschossen wurde, hieß es von der Polizei.
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