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Havarie

Kleinflugzeug in Berlin-Tempelhof notgelandet

Auf dem ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof musste am Abend ein Flugzeug notlanden. Bei der Sportmaschine vom Typ Socata TB 10 Tobago war der Motor defekt.

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Auf dem ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof musste ein Flugzeug notlanden
Foto: Christian Hahn
Auf dem stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof ist ein Kleinflugzeug notgelandet. Die Maschine vom Typ Socata TB 10 hatte nach Polizeiangaben bei einem Rundflug über der Stadt einen Motordefekt.

Schrecksekunde für Fahrradfahrer und Skater auf dem Tempelhofer Feld: Um 18.19 Uhr muss dort am Sonnabend der Pilot eines in Tegel gestarteten Kleinflugzeuges wegen eines Motordefekts notlanden. Er wählt die südliche Landebahn abseits von den Besuchermassen, die weiter nördlich zusammen sitzen und grillen. Während sie von dem Beinahe-Unglück nichts mitbekommen, können sich einige Radfahrer und Skater auf der Landebahn nach Angaben des Piloten nur noch mit einem Sprung zur Seite retten.

Denn die Maschine vom Typ Socata TB 10 Tobago ist ein leises Flugzeug. Zunächst hatte es geheißen, dass es sich bei der Maschine um eine Cessna handelte. Außerdem rechnet niemand damit, dass der ehemalige Flughafen für einen kurzen Moment seine ursprüngliche Zweckbestimmung zurückerhalten soll. Glücklicherweise wird niemand verletzt. Auch der Pilot und die drei Passagiere – Vater, Mutter, Kind – kommen mit dem Schrecken davon. Das Flugzeug bleibt bis auf den Motordefekt unbeschädigt.

Pilot Manuel R. absolviert an diesem Tag neun Rundflüge über Berlin. Beim Zehnten beginnt der Motor über Neukölln zu stottern. Dem 32 Jahre alten Hobbypiloten, der gerade seine Ausbildung zum Berufspiloten macht und bereits 180 Flugstunden hinter sich hat, bleibt nur wenig Zeit zum Überlegen. Einzige Möglichkeit, dass Flugzeug sicher auf den Boden zu bekommen, ist eine Notlandung auf freier Fläche – der zur öffentlichen Grünanlage umgewandelte Ex-Airport bietet sich geradezu an.

„Eine halbe Minute später wäre es zu spät gewesen“, sagt Manuel R. Morgenpost Online. „Ich habe gehofft, dass die Skater und Radfahrer rechtzeitig ausweichen würden.“ Kurz darauf setzt er das Flugzeug sicher auf der Landebahn auf. Nach etwa 100 Metern kommt die Maschine zum Stehen. Manuel R.: „Die Familie hat sich ganz tapfer und ruhig verhalten. Ich bin froh, dass es gutgegangen ist.“ Nach der Notlandung unterrichtet der Pilot die Flugsicherung über den Vorfall. Da es sich um einen sogenannten Sichtflug handelt, unterliegt das Landemanöver nicht der Kontrolle der Flugsicherung.

Zu diesem Zeitpunkt sind bereits 60 Feuerwehrleute auf dem Weg zum ehemaligen Flughafen Tempelhof. Als klar ist, dass die Landung glimpflich verlaufen war, kehrt ein Teil von ihnen um. Die Polizei sichert den Landeort mit Absperrband ab. Zwei Stunden später wird die Maschine in einen gesicherten Bereich des Flughafens geschoben. Wie sie das Gelände wieder verlassen wird, ist noch unklar. Möglicherweise wird es eine Sondergenehmigung für einen einmaligen Start geben. Bereits drei Wochen nach der Schließung des Flughafens am 30. Oktober 2008 durften drei gestrandete Kleinflugzeuge ausnahmsweise von der Startbahn abheben.



Erschienen am 26.06.2010

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