25.06.10

Flughafenneubau

BBI-Start um mehr als ein halbes Jahr verschoben

Jetzt ist es offiziell: Die Inbetriebnahme des neuen Hauptstadt-Flughafen BBI verzögert sich um sieben Monate. Neuer Eröffnungstermin soll nun der 3. Juni 2012 sein. Das hat der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft entschieden.

Foto: pure rendering GmbH

Am 3. Juni 2012 sollte der Flughafen Berlin Brandenburg International in Schönefeld eröffnet werden. Vier Wochen vor dem großen Tag wurde die Eröffnung verschoben. Zum zweiten Mal. Denn ursprünglich sollte der BER am 30. Oktober 2011 an den Start gehen.

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Nun ist es entschieden: Der Großflughafen Berlin-Brandenburg International in Schönefeld wird später eröffnet als geplant. Er soll nun am 3. Juni 2012 in Betrieb gehen, teilte die Flughafengesellschaft am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Schönefeld mit. Bisher war der 30. Oktober 2011 als Eröffnungstermin vorgesehen, nun müssen Flugreisende sieben weitere Monate auf die Eröffnung des neuen Großflughafens warten.

Bei der Entscheidung Dabei ging es offenbar kaum mehr darum, ob der bisherige Eröffnungstermin 30. Oktober 2011 verlegt werden sollte, sondern nur noch um die Dauer des Verzugs. Weitere sieben Monate werden benötigt, um das mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro größte Infrastrukturprojekt von Berlin und Brandenburg zu einem guten Ende zu bringen. Mehrere Zeit- und Kosten-Szenarien wurden bei der Kalkulation gegenübergestellt. Dahinter stand die Erkenntnis der Planer, dass ein langsameres Bautempo nicht unbedingt billiger ist als eine Forcierung der Arbeiten.

Noch beim Richtfest für das Terminalgebäude am 7. Mai hatten Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Flughafenchef Rainer Schwarz davon gesprochen, dass trotz witterungsbedingter Baurückstände der BBI wie vorgesehen Ende Oktober 2011 eröffnet werden kann. Dabei war schon seit Februar bekannt, dass eine für den Innenausbau wichtige Ingenieurgesellschaft Insolvenz anmelden musste.

Ende April setzte zudem die Europäische Kommission in Brüssel eine Verordnung in Kraft, nach der Flugpassagiere ab April 2013 wieder Getränke mit an Bord nehmen dürfen. Nachdem 2006 Terroristen in London versucht hatten, mit flüssigem Sprengstoff Anschläge auf Flugzeuge zu verüben, ist eine Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck weitgehend verboten. Fällt dieses Verbot weg, müssen die Sicherheitsbehörden neuartige Prüfgeräte einsetzen, um verbotene Substanzen aufzuspüren. Diese Scanner brauchen jedoch deutlich mehr Platz als in den 36 Kontrollschleusen am BBI bislang vorgesehen.

Eine Umplanung des gesamten Sicherheitsbereichs kostet jedoch Zeit, erwogen wird zudem der Bau von zwei Pavillons rechts und links vom Haupteingang, um so Platz für die benötigten Kontrolleinrichtungen zu bekommen. Doch sowohl die Planänderungen, als auch Zusatzbauten sollen nach dem Willen der Flughafengesellschafter, also dem Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg, möglichst zu keiner Kostenerhöhung führen.

Durch die Verschiebung des BBI-Eröffnungstermins sind der Senat und die Flughafengeschäftsführung jedoch massiv in die Kritik geraten. Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus warf Wowereit, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft ist, Versagen und Täuschung der Öffentlichkeit vor. Hatte doch Wowereit eingeräumt, bereits am Tag des Richtfests von den Problemen gewusst zu haben.

Der CDU-Europaabgeordnete Joachim Zeller hält die Begründung für die Bauverzögerungen am BBI für "an den Haaren herbeigezogen". Eine Aufhebung des Verbots von Flüssigkeiten im Handgepäck werde seit Langem diskutiert. "Eine vorausschauende Planung für einen noch zu bauenden Flughafen hätte dies längst berücksichtigen müssen", sagte das Mitglied im Verkehrsausschuss des EU-Parlaments.

Mit dpa

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