Kriminalität
140 Polizisten suchen Waffen in Rockertreff
Großeinsatz der Berliner Polizei im Rocker-Milieu: Am Abend durchsuchten rund 140 Polizisten ein Clubheim, ein Lokal und zwei Wohnungen nach Waffen.
Ein Großaufgebot der Polizei hat in Berlin ein Vereinsheim der Rockergruppe Hells Angels an der Residenzstraße in Reinickendorf durchsucht. Nach Angaben eines Sprechers stehen zwei 26 und 28 Jahre alte Mitglieder der Gruppe in dem dringenden Verdacht, sich scharfe Schusswaffen besorgt zu haben, nach denen die Polizei sucht. Die beiden Männer sollen erst kürzlich von der rivalisierenden Rockergruppierung Bandidos zu den Angels übergelaufen sein.
Neben dem Clubhaus, das die Gruppierung Hells Angels Normads Turkey nutzt, wurden auch zwei Wohnungen in Reinickendorf und Mitte sowie ein Lokal an der Ecke Triftstraße und Müllerstraße in Wedding durchsucht. In dem Lokal hatte es im Juni bereits einen Polizeieinsatz gegeben, weil es eine Auseinandersetzung gegeben hatte, in deren Verlauf ein Mann verletzt worden war. Einen Rocker-Hintergrund bestätigte die Polizei in diesem Zusammenhang nicht.
Im Verlauf der zeitgleich stattfindenden aktuellen Durchsuchungen konnten die Beamten die Waffen bis zum späten Abend nicht finden. Die Beamten beschlagnahmten aber eine Machete, einen Holzknüppel und mehrere Messer. Festnahmen gab es nicht. An dem Einsatz waren etwa 140 Beamte beteiligt.
Ende Mai hatten die verfeindeten Rockergruppen Bandidos und Hells Angels Frieden geschlossen. Doch Kenner der Szene gehen nicht davon aus, dass dieser Frieden hält. Die Rocker streiten in Berlin vor allem um die Vorherrschaft im Drogenmarkt in Wedding, den Einfluss im Rotlichtmilieu an der Oranienburger Straße und auf die Türsteherszene im Bereich des Ernst-Reuter-Platzes.
Zuletzt hatten vor gut einer Woche Mitglieder der Rockerbande Hells Angels in Berlin einen Autofahrer und einen Polizisten attackiert. Zunächst hatten mehrere Männer in zwei Fahrzeugen den Fahrer eines BMW erst beschimpft und dann die Verfolgung über den Kurt-Schumacher-Damm in Reinickendorf aufgenommen. Die Rocker drängten den Autofahrer mehrfach von der Straße ab. Schließlich gelang es ihnen, den 32-Jährigen zu stoppen. Sie schlugen dann mit Teleskopschlagstöcken und Knüppeln auf das Auto ein und versuchten, einen Reifen zu zerstechen. Ob der Autofahrer zu einer rivalisierenden Bande gehört, ist bislang ebenso offen wie die Frage. ob der Konflikt zwischen Hells Angels und Bandidos neu aufgeflammt ist.
Der Fahrer blieb unverletzt und konnte die Polizei alarmieren, die zu einem Großeinsatz ausrückte, aber nur einen 27 Jahre alten Mann festnehmen konnte. Die übrigen Männer flüchteten in ein Clubhaus der "Hells Angels MC Nomads Turkey“ in der Residenzstraße. Die Fahnder nahmen einen Mann fest, der zuvor ein Messer vor das Gebäude gelegt hatte. Der 22-Jährige wehrte sich und schlug auch eine Beamten mit der Faust auf die Brust. Bei der Durchsuchung des Clubs stellten die Einsatzkräfte bei den insgesamt zehn Anwesenden mehrere Metallstangen, Macheten und eine dreizackige Gartenhacke sicher.
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