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24.06.10

Nebenkosten

Wasser ist in Berlin besonders teuer

Der Verband der Wohnungsunternehmer fordert mehr Transparenz bei der Berechnung der Nebenkosten - und vom Senat eine klare Antwort auf die Frage, in welcher Höhe die Nebenkosten-Einnahmen den Haushalt sanieren.

© picture alliance / dpa Themendie/dpa Themendienst
Wasseruhr

Unter den deutschen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern hat Berlin die höchsten Wasserpreise. Energie und Müllabfuhr dagegen sind in der Hauptstadt vergleichsweise günstig. Das geht aus der Preisdatenbank des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) hervor, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Für die Datenbank wurden die Ver- und Entsorgungspreise in den 59 größten brandenburgischen Städten sowie in Berlin und 18 weiteren deutschen Großstädten verglichen.

BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern will mit der bereits zum vierten Mal vorgelegten Datenbank mehr Transparenz bei den Nebenkosten schaffen. Denn deren Kalkulation, so die BBU-Chefin, sei für die Mieter oft nur schwer nachvollziehbar. „Hohe Preise sind oft Folge intransparenter und von Monopolstrukturen geprägter Märkte“, kritisiert sie. Besonders auffällig seien die drastischen Preisausschläge bei Gas, Fernwärme und Strom gewesen. Während in Berlin die Preise für Gas im vergangenen Jahr um ein Viertel auf jetzt 50,98 Euro pro Megawattstunde gesenkt wurden, stiegen die Preise für Fernwärme vom 1. Januar 2009 bis zum 1. Januar 2010 noch einmal um 6,8 Prozent auf jetzt 73,77 Euro pro Megawattstunde. Strom wurde um sechs Prozent teurer (23 Cent pro Kilowattstunde). Kern: „Wie kann es sein, dass Strom und Fernwärme teurer werden, obwohl die Brennstoffpreise im gleichen Zeitraum gesunken sind?“

Als besonders ärgerlich bezeichnet Kern auch die Preissteigerungen, die die öffentliche Hand verursacht. So belegt Berlin im Vergleich zu den anderen deutschen Millionenstädten erneut den Spitzenplatz bei Wasser mit 5,12 Euro pro Kubikmeter. In Köln dagegen müssen für den Kubikmeter lediglich 3,33 Euro und damit rund 35 Prozent weniger gezahlt werden. „Allein an Wasserkosten zahlen die Berliner jedes Jahr rund 179 Euro mehr als die Kölner“, sagte Kern. „Der Senat muss den Berlinern klar sagen, dass sie über die hohen Wasserpreise einen erzwungenen Beitrag zur Sanierung des Landeshaushaltes leisten.“

Auch bei den Grundsteuern fällt der Unterschied drastisch aus. Ein durchschnittlicher Berliner Haushalt zahlt allein 194 Euro im Jahr an Grundsteuern, sagt Maren Kern. Im Land Brandenburg dagegen sind es nur knapp 80 Euro.

Die Betriebskosten erweisen sich damit zunehmend als „zweite Miete“. Zu den Betriebskosten zählen unter anderem Heizung, Müllabfuhr, Gartenpflege und Schornsteinfeger, Wasser und eben auch die Grundsteuer. Zusammengenommen zahlt der Berliner Durchschnittshaushalt (60 Quadratmeter, zwei Personen) pro Monat und Quadratmeter gut 2,35 Euro. „Damit machen diese Kosten gut ein Drittel der Wohnkosten aus“, sagte die BBU-Chefin. Die durchschnittliche Kaltmiete in Berlin liegt laut Mietspiegel bei 4,83 Euro pro Quadratmeter und Monat. „Nicht die Mieten machen das Wohnen zunehmend teurer, sondern die Nebenkosten.“ Maren Kern fordert deshalb von der Senatorin für Verbraucherschutz, Katrin Lompscher (Linke), endlich eine funktionierende Preisaufsicht. „Denn die kurzlebigen Preisanhebungen oder -senkungen um jeweils rund ein Fünftel wie derzeit bei den Gaspreisen haben mit der allgemeinen Inflationsentwicklung weniger zu tun als eher mit Energie-Spekulationen.“

Während die Müllpreise in Berlin sehr günstig sind (22,92 Euro pro Kubikmeter), gibt es im Land Brandenburg starke regionale Unterschiede. Die Differenz zwischen dem teuersten und dem günstigsten Standort liegt laut BBU-Datenbank bei 209 Prozent je Kubikmeter. Ein Haushalt in der Prignitz müsse bei einem Müllaufkommen von 3,12 Kubikmetern pro Jahr 153 Euro mehr für die Entsorgung zahlen als in einer Eberswalde.

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