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21.06.10

Berliner Wohnungsmarkt

Tausende Sozialwohnungen werden deutlich teurer

In den kommenden Jahren endet die Anschlussförderung für mehr als 200 Wohnobjekte in Berlin. Für die in den Sozialwohnungen lebenden rund 12.000 Hauptstädter bedeutet dies: Die Mieten steigen.

© picture-alliance / ZB
Wohnungen Berlin

Mehr als 12.000 Berliner, die in Sozialwohnungen leben, müssen sich auf deutlich steigende Mieten einstellen. Anlass ist der Wegfall der staatlichen Förderung für die Eigentümer, der sogenannten Anschlussförderung. Wie aus dem Jahresbericht des Senats zu „Umsetzung und Folgen der Einstellung der Anschlussförderung im öffentlich geförderten Wohnungsbau“ hervorgeht, endet die Grundförderung in den nächsten sechs Jahren bei 237 Objekten. Betroffen sind 12.254 Mietwohnungen. Besonders in Pankow, Lichtenberg und Treptow-Köpenick müssen viele Mieter mit der Anhebung der Wohnkosten in den nächsten Jahren rechnen.

2003 hatte der Senat die Anschlussförderung, mit der der teure Bau der Sozialwohnungen bezuschusst wurde, gestoppt. Als Folge steigen die Mieten für die ehemaligen Sozialwohnungen seit Jahren, weil die Eigentümer die fehlenden Landeszuschüsse durch eine Anhebung der Mieten zumindest teilweise ausgleichen wollen. In der Zeit von 2003 bis 2009 fielen schon 15.740 Wohnungen aus dem System der staatlichen Förderung heraus. Insgesamt gibt es in Berlin 161.000 Sozialwohnungen.

Der Senat geht von „moderaten Mieterhöhungen" auf maximal 7,79 Euro pro Quadratmeter aus. Rund 48 Prozent der vom Senat ausgewerteten Wohnungen liege unter 5,50 Euro pro Quadratmeter. Allerdings sind auch Einzelfälle bekannt, wo die Mieten um 30 Prozent und mehr steigen. Der Senat versucht, Härtefälle mit der Zahlung von Mietzuschüssen und Umzugshilfen auszugleichen. Bisher wurden laut Senatsbericht für die Jahre 2003 bis 2009 insgesamt 100 Millionen Euro abzüglich aller Ausgaben für Wohnungshilfen eingespart.

So teuer sind Mietwohnungen in Berlin
Die Mieten in Berlin sind 2009 im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. Insgesamt zogen die Monatspreise pro Quadratmeter um 4,5 Prozent auf 5,85 Euro an. Am billigsten waren die....
.... Mieten im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, wo die Preise um 1,7 Prozent auf 4,81 Euro pro Quadratmeter stiegen. In bestimmten Lagen des Bezirks gibt es die niedrigsten Preise der Hauptstadt überhaupt – 3,59 Euro pro Quadratmeter.
Nur in Spandau blieben die Mietpreise stabil: Sie sanken sogar leicht um 0,1 Prozent auf 5,20 Euro. Etwas teurer sind Wohnungen in...
... Neukölln, wo man pro Quadratmeter 5,47 Euro zahlt – 5,1 Prozent mehr als 2008.
Noch etwas teurer ist der Bezirk Reinickendorf. Hier stieg die Durchschnittsmiete um 1,9 Prozent auf 5,49 Euro pro Quadratmeter.
In Mitte stieg die Miete um 3,8 Prozent auf 5,50 Euro. Allerdings gibt es hier die stärksten Schwankungen innerhalb eines Bezirks: So zahlt man...
... an Toplagen wie der Flaniermeile Unter den Linden und am Alexanderplatz bis zu 12,01 Euro, im Westen und Norden nur etwa ein Drittel davon (4,16 Euro).
Auch in Lichtenberg stiegen die Mietpreise an – um 4,3 Prozent auf 5,53 Euro pro Monat und Quadratmeter. Darauf folgt...
... Treptow-Köpenick (plus 1,1 Prozent auf 5,58 Euro). Bereits über dem stadtweiten Durchschnitt liegt...
... der Bezirk Tempelhof-Schöneberg, wo die Mieten um 4,3 Prozent auf genau sechs Euro pro Quadratmeter im Monat anzogen.
Fast am stärksten stiegen die Mieten in Pankow an – nämlich um 6,3 Prozent auf 6,36 Euro. Ebenfalls wesentlich teurer wurde...
... der Quadratmeter in Steglitz-Zehlendorf (plus 5,9 Prozent auf 6,48 Euro).
Auf die stärksten Preiserhöhungen mussten sich Mieter in Friedrichshain-Kreuzberg einstellen: Pro Monat und Quadratmeter stieg die Miete um 7,2 Prozent auf 6,73 Euro. Damit liegt der Bezirk dicht am Spitzenreiter...
... Charlottenburg-Wilmersdorf, wie im Vorjahr der teuerste Bezirk: Die Mieten zogen um 5,8 Prozent auf 6,80 Euro an. Was Spitzenmietpreise angeht, liegt der Bezirk mit 11,65 Euro auf Platz zwei hinter den Luxuslagen von Mitte.
Etwas anders sieht die Situation aus, wenn man die Mietpreisentwicklung nach Postleitzahlen betrachtet. In der Toplage unter den Linden (10117) in Mitte kostet der Quadratmeter im Monat 11,01 Euro. Am Alexanderplatz (10178) sind es immerhin noch 9,17 Euro.
Teuer ist auch das Wohnen am Ludwigkirchplatz (10719) in Charlottenburg-Wilmersdorf: Hier kostet der Quadratmeter 9,12 Euro. Auch Dahlem (14195) in Steglitz-Zehlendorf und der Rosenthaler Platz (10119) in Mitte sind mit 8,95 bzw. 8,69 Euro teure Wohnlagen.
Extrem günstig ist dagegen der Quadratmeterpreis in Kaulsdorf-Nord (12619) mit 4,23 Euro. Ebenfalls niedrig sind die Preise im...
... Märkischen Viertel Ost (13439) in Reinickendorf mit 4,35 Euro sowie an der Heer- und Wilhelmstraße (13593) in Spandau mit 4,45 Euro. Auch das Wohnen an der Mehrower Allee (12687) in Marzahn-Hellersdorf und im Märkischen Viertel West (13435) in Reinickendorf kostet mit jeweils 4,49 Euro pro Quadratmeter im Monat nicht viel.
Die mit Abstand höchsten Monats-Kaltmieten haben Anwohner der luxuriösen Meile Unter den Linden (Postleitzahl 10117), nämlich 991 Euro pro Monat.
Es folgt Dahlem (14195) im Bezirk Steglitz-Zehlendorf mit 841 Euro. Weit dahinter liegen noch der Ludwigkirchplatz (10719) mit 730 Euro, der Alexanderplatz (10178) mit 715 Euro und Wannsee (14109) in Steglitz-Zehlendorf mit 675 Euro pro Monat.
Im Monat am wenigsten geben die Bewohner von Kaulsdorf-Nord (12619) für ihre Kaltmiete aus – nur 288 Euro. Ebenfalls sehr günstig...
... sind Mietwohnungen in Blankenfelde (13159) in Pankow mit 300 Euro, Hohenschönhausen-Ost (13059) in Lichtenberg mit 304 Euro, Rehberge (13351) in Mitte mit 305 Euro und Borsigwalde (13509) in Reinickendorf mit 306 Euro.
Ebenfalls im Mietkostenatlas aufgelistet wird die Wohnkostenbelastung. Diese beschreibt, wieviel Prozent ihrer Kaufkraft die Berliner Mieter für ihre Wohnungen ausgeben. Nach Postleitzahlen aufgeschlüsselt ist die Belastung...
... in der Gegend um die Luxusstraße Unter den Linden in Mitte (10117) am höchsten. Hier geben die Mieter über die Hälfte ihrer verfügbaren Einkommens für ihre Wohnungen aus. Dahinter folgen...
... der Alexanderplatz (10178) in Mitte mit 41,5 Prozent, Kreuzberg-West (10963) mit 39,3 Prozent, der Ludwigkirchplatz (10719) in Charlottenburg-Wilmersdorf mit 39,2 Prozent und der Ostbahnhof in Friedrichshain-Kreuzberg (10243) mit 36,9 Prozent.
Den geringsten Anteil ihrer Kaufkraft müssen dagegen die Bewohner von Blankenfelde (13159) in Pankow für ihre Warm-Mieten ausgeben, nämlich nur 16,4 Prozent. Nicht viel mehr sind es in...
... Rudow-Ost (12357) in Neukölln mit 17 Prozent, Mahlsdorf (12623) in Marzahn-Hellersdorf mit 17,3 Prozent sowie Alt-Wittenau (13437) und Waidmannslust (13469) in Reinickendorf mit 17,7 bzw. 17,8 Prozent.
Wo man im Schnitt die größten Wohnungen anmieten kann, gibt der Mietkostenatlas 2009 ebenfalls an. Nach Postleitzahlen geordnet liegt in dieser Kategorie...
... Dahlem (14195) in Steglitz-Zehlendorf vorn – hier ist eine Durchschnittswohnung stolze 94 Quadratmeter groß. Geräumig sind auch...
... die Wohnungen in Zehlendorf-Mitte (14163) mit 92 Quadratmetern. Platz haben Mieter auch in Wohnungen an der Prachtstraße Unter den Linden (10117) mit 90 Quadratmetern, der Konradshöhe (13505) in Reinickendorf mit 88 Quadratmetern und in der Umgebung von Heiligensee (13503) mit 85 Quadratmetern.
Die im Durchschnitt kleinsten Wohnungen wurden in Borsigwalde (13509) in Reinickendorf erfasst – sie umfassen 56 Quadratmeter.
Wohnungen mit jeweils 57 Quadratmetern gibt es in Blankenfelde (13159) und an der Ostseestraße (10409) in Pankow sowie am Baumschulenweg (12437) in Treptow-Köpenick mit jeweils 57 Quadratmetern. Auch in Hohenschönhausen-Ost im Lichtenberg ist die Durchschnittswohnung relativ klein, nämlich 59 Quadratmeter.
In Berlin stehen auch viele Wohnungen leer. Am größten ist der Leerstand in...
... Westhaften (13353) in Mitte mit 14,6 Prozent. Ebenfalls mehr Mieter kann...
... das Bötzowviertel (10407) in Pankow mit 13,4 Prozent Leerstand gebrauchen. In Hellersdorf-Nord (12627) stehen 10,2 Prozent der Mietwohnungen leer. In Ahrensfelde (12689), ebenfalls in Marzahn-Hellersdorf gelegen, sind es 8,9 Prozent. Ebenfalls auf wenig Mieter-Interesse stößt Lichtenrade-Südost (12309) in Tempelhof-Schöneberg mit 8,2 Prozent Leerstand.
Fast überhaupt keine Wohnung kriegt man mehr am Baumschulenweg (12437) im Bezirk Treptow-Köpenick, wo nur 0,5 Prozent des Bestandes nicht vermietet sind. Ebenfalls eine hervorragende Auslastung hat die...
... Prenzlauer Allee (10405) in Pankow mit 0,8 Prozent Leerstand. Auch die meisten Wohnungen...
... in Grunewald (14193) in Charlottenburg-Wilmersdorf sowie Alt-Reinickendorf (13407) sind vermietet – nur 0,9 Prozent stehen jeweils leer. Auch in Niederschöneweide (12439) in Treptow-Köpenick sind die Wohnungen mit 1,1 Prozent Leerstand fast alle belegt.
Quelle: GSW Immobilien GmbH, CB Richard Ellis und GfK GeoMarketing
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