Hyatt-Überfall
Der Pokerraub als arabischer Familienkrieg
Bei den Räuberräubern im Berliner Hyatt-Hotel handelt es sich wahrscheinlich um Mitglieder zweier verfeindeter arabischer Clans. Fünf Männer sind bereits festgenommen worden - und auch der Mann, der vergangene Woche freigelassen wurde, ist erneut ins Visier der Polizei gerückt.
Von M. Behrendt, H. Nibbrig und P. Oldenburger
Die vier mutmaßlichen Pokerräuber sitzen bereits hinter Gittern, jetzt hat die Polizei auch die Drahtzieher des spektakulären Coups ins Visier genommen: Am Sonntagabend klickten bei dem 28-jährigen Ibrahim L. die Handschellen. Im Mittelpunkt der Untersuchungen von Polizei und Staatsanwaltschaft stehen jetzt laut Ermittlerkreisen zwei verfeindete arabische Großfamilien, die im kriminellen Milieu mitmischen.
Unklar ist noch die Rolle eines sechsten Mannes, der am 12. März verhaftet und am 13. März wieder freigelassen wurde. Er hatte ein Alibi und konnte auf den Videofilmen vom Überfall nicht als einer der vier Räuber identifiziert werden. Bei ihm fand die Polizei einen Zettel mit sechs Namen, von denen drei zu der jetzt bekannten Bande gehören. Glietsch sagte, es sei davon auszugehen, dass der Zettel „im Zusammenhang mit der Tat und Tatbeteiligten steht“. Der Mann gilt laut Aussagen aus Kreisen der Ermittler als verdächtig. Allerdings ist der Tatverdacht augenscheinlich nicht so dringend, dass er verhaftet werden kann. Er könnte zu dem anderen Clan gehören.
Die Familie, die hinter dem Überfall stecken soll, versucht nach Angaben von Ermittlern seit Jahren, eine Vormachtstellung beim Drogenhandel und in der Rotlichtkriminalität zu erlangen.
mit dpa
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