Mehr Selbstkontrolle
Sozialverbände reagieren auf Treberhilfe-Skandal
Der Vertrag des Landes Berlin mit den Wohlfahrtsverbänden läuft Ende 2010 aus. Wegen des Skandals um die Treberhilfe überlegt die Sozialverwaltung nun, die 12 Millionen Euro für soziale Projekte auszuschreiben. Die Spitzenverbände wollen dies verhindern – und kündigen scharfe Selbstkontrollen an.
Von BMO
Die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtsverbände wollen den Vertrag zur Vergütung von sozialen Leistungen mit dem Land Berlin fortsetzen. "Wir haben nichts zu verbergen und wollen uns der politischen Diskussion stellen", sagte der Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Berlin, Oswald Menninger, am Dienstag.
Der Vertrag, der den Verbänden jährlich rund zwölf Millionen Euro zusichert, läuft Ende 2010 aus. Wegen des Treberhilfe-Skandals überlegt das Land aber, die Leistungen auszuschreiben. "Im Moment prüfen wir verschiedene Varianten", sagte die Sprecherin der Sozialverwaltung, Anja Wollny. Die Summe von rund zwölf Millionen Euro stehe 2011 aber auf jeden Fall für soziale Projekte zur Verfügung.
Um eine Ausschreibung zu verhindern, kündigten die Sozialverbände an, Lehren aus dem Skandal um den Chef der Treberhilfe, Harald Ehlert, zu ziehen. In Zukunft werde es eine "stringente Kontrolle" geben, ob die Vorgaben des Verbandes auch eingehalten würden. Ehlert fuhr als Dienstwagen einen Maserati und kassierte möglicherweise ein Jahresgehalt von mehr als 300.000 Euro. Der Sozialverband hat die Treberhilfe inzwischen ausgeschlossen.
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