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17.03.10

Mehr Selbstkontrolle

Sozialverbände reagieren auf Treberhilfe-Skandal

Der Vertrag des Landes Berlin mit den Wohlfahrtsverbänden läuft Ende 2010 aus. Wegen des Skandals um die Treberhilfe überlegt die Sozialverwaltung nun, die 12 Millionen Euro für soziale Projekte auszuschreiben. Die Spitzenverbände wollen dies verhindern – und kündigen scharfe Selbstkontrollen an.

Die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtsverbände wollen den Vertrag zur Vergütung von sozialen Leistungen mit dem Land Berlin fortsetzen. "Wir haben nichts zu verbergen und wollen uns der politischen Diskussion stellen", sagte der Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Berlin, Oswald Menninger, am Dienstag.

Der Vertrag, der den Verbänden jährlich rund zwölf Millionen Euro zusichert, läuft Ende 2010 aus. Wegen des Treberhilfe-Skandals überlegt das Land aber, die Leistungen auszuschreiben. "Im Moment prüfen wir verschiedene Varianten", sagte die Sprecherin der Sozialverwaltung, Anja Wollny. Die Summe von rund zwölf Millionen Euro stehe 2011 aber auf jeden Fall für soziale Projekte zur Verfügung.

Um eine Ausschreibung zu verhindern, kündigten die Sozialverbände an, Lehren aus dem Skandal um den Chef der Treberhilfe, Harald Ehlert, zu ziehen. In Zukunft werde es eine "stringente Kontrolle" geben, ob die Vorgaben des Verbandes auch eingehalten würden. Ehlert fuhr als Dienstwagen einen Maserati und kassierte möglicherweise ein Jahresgehalt von mehr als 300.000 Euro. Der Sozialverband hat die Treberhilfe inzwischen ausgeschlossen.

Das verdienen Chefs anderer Berliner Institutionen
Harald Ehlert soll als Chef der Berliner Treberhilfe gerüchteweise monatlich 35.000 verdient haben.
Der Chef der Messe Berlin, Raimund Hosch, verdiente laut Beteiligungsbericht des Senats 481.000 Euro in 2008.
Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe, Andreas Sturmowski, kam auf 398.000 Euro.
Der Vorstandchef der Wohnungsbaugesellschaft Gesobau, Jörg Franzen, erhielt 285.000 Euro.
Der Leiter des Friedrichstadtpalastes, Berndt Schmidt, bekam 2008 167.000 Euro.
Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz kam auf Bezüge von 159.000 Euro.
Der Chef des Liegenschaftsfonds Berlin, Holger Lippmann, erhielt 165.000 Euro.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) verdient etwa 147.000 Euro im Jahr.
Die Berliner Senatoren bekommen ein Jahresgehalt von etwa 125.000 Euro.
Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf ein Jahresgehalt von rund 283.000 Euro.
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