Fußball
Irritationen um einen Preis für Türkiyemspor
Der türkische Fußballverein Türkiyemspor erhält den Preis "Berliner Tulpe". Er soll damit für sein Engagement gegen Schwulenhass geehrt werden. Doch das scheint dem Vorstand peinlich zu sein. Auf seiner Internetseite verbreitete er etwas völlig anderes. Die Auslober des Preises reagierten verschnupft.
Von Joachim Fahrun
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und die frühere Bundesfamilienministerin und Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) verleihen am Montag den Preis „Berliner Tulpe“ für deutsch-türkischen Gemeinsinn. Je 5000 Euro gehen in diesem Jahr an die deutsch-türkische Aziz-Nesin-Europaschule und an den Fußballverein Türkiyemspor.
Um den Klub aus Kreuzberg hat es jedoch vor der Verleihung des vom Radiosender Metropol FM, dem Senat und dem BWK Bildungswerk gestifteten Preises einige Irritationen gegeben. Denn der Fußballverein wird für ein in der türkischen Gemeinde umstrittenes Engagement gegen Homophobie ausgezeichnet – das der Klub indes nicht mehr so gerne ins Rampenlicht stellen möchte. Türkiyemspor gab nach der Entscheidung für den Preis eine Pressemitteilung heraus: Die Tulpe prämiere das Konzept und die Entwicklung von Mädchenfußball, wurde dort behauptet.
Das Büro des Berliner Integrationsbeauftragten Günter Piening, der ebenfalls zu den Auslobern gehört und in der Jury saß, reagierte verschnupft. „Sie verbreiten auf Ihrer Internetseite eine Falschmeldung, Türkiyemspor erhält die Berliner Tulpe nicht für die Mädchenfußballmannschaft“, mailte Pienings Büro am 9. März an die Verantwortlichen des Vereins. Weder Schaddach noch Klub-Präsident Celal Bingöl waren am Sonntag für Stellungnahmen zu erreichen.
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