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Poker-Überfall

Nach Fahndungsschlappe wächst Druck auf Polizei

Nachdem die Berliner Polizei wegen des Poker-Raubes einen unschuldigen Mann festgenommen hatte, hagelt es nun Kritik. Der Anwalt des zu Unrecht Verdächtigten wirft der Polizei vor, schlampig gearbeitet zu haben. Unterdessen schwinden die Chancen, die tatsächlichen Hyatt-Räuber zu fassen.

Der Fahndungsdruck auf die Polizei nach den vier vermeintlichen Räubern, die am 6. März 242.000 Euro bei einem Überfall auf das Pokerturnier im Luxushotel Hyatt am Potsdamer Platz erbeutet hatten, wächst. Das Quartett ist immer noch auf freien Fuß, und es wird immer schwieriger, sie zu schnappen.

Ein scheinbar eindeutig identifizierter Täter wurde am Freitag von Beamten des Mobilen Einsatzkommandos in seiner Wohnung in Schöneberg überwältigt und festgenommen. Dabei handelte es sich um Muhammed B.. Er musste jedoch schon nach wenigen Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

Sein Anwalt, Christian Gerlach, kritisierte gegenüber Morgenpost Online die offenbar oberflächlich geführten Ermittlungen. „Vergleicht man Neuzeit-Fotos meines Mandanten mit den Aufnahmen von 2004 vom Überfall auf die Spielbank, so ist klar zu erkennen, dass es sich um zwei unterschiedliche Personen handelt. Figur und Motorik sind völlig unterschiedlich."

Es sei zudem lebensfremd, dass sich sein Mandant, so er an dem Pokerüberfall beteiligt gewesen wäre, nach der Tat noch in Berlin aufgehalten hätte. „Es gibt Überwachungsbilder, und die Polizei hat angekündigt, die Täter schnell stellen zu wollen und können. Allein deshalb hätte ein Täter die Stadt bereits längst verlassen."



Erschienen am 14.03.2010

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