Berliner Treberhilfe
Die Kontrolle im Wohlfahrtsverband hat versagt
Freitag, 12. März 2010 23:51 - Von Joachim FahrunEin Verein, der Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband sein will, muss eigentlich klare Kriterien erfüllen. Eigentlich. Denn die Berliner Treberhilfe tat dies nicht. Doch über Jahre merkte es offenbar niemand. Auch das Finanzamt hätte längst auf den früheren Geschäftsführer Harald Ehlert aufmerksam werden müssen.
„Die Verantwortlichen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes haben einen entscheidenden Fehler gemacht. Niemandem fiel auf, dass die Treberhilfe keine ordnungsgemäßen Aufsichtsstrukturen hatte. So war es möglich, dass sich der am Freitag zurückgetretene Geschäftsführer Harald Ehlert weitgehend selbst kontrolliert hat, sich im Zuge der Expansion der Sozialfirma luxuriöse Dienstwagen leisten, überhöhte Gehälter zahlen und eine Luxus-Immobilie anschaffen konnte.
„Die Binnenkontrolle im Verband hat versagt“, sagt Oswald Menninger, Geschäftsführer der Parität. Sein Verband fungiert als Dachorganisation für die nicht konfessionell gebundenen Sozialträger. Bis Donnerstag gehörte auch der Treberhilfe dazu. Dann entschied der Vorstand, Ehlerts Verein auszuschließen. „Die Geschäftsführerebene muss von der Aufsichtsebene klar getrennt sein“, sagt Menninger. Dies ist die Voraussetzung für eine Mitgliedschaft, die die Treberhilfe seit Jahren verletzt hat.
Aber auch das Finanzamt hätte stutzig werden müssen, wenn der Chef einer gemeinnützigen GmbH einen Maserati als Dienstwagen fährt und ein derart üppiges Gehalt versteuert. „Mit Gemeinnützigkeit ist das nicht vereinbar“, sagt Menninger.






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