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10.03.10

Thilo Sarrazin

"Keine Hausaufgaben gemacht? Kindergeld kürzen!"

Berlins Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin wäre gern Bildungsminister geworden. Einige Ideen, was sich an den Schulen ändern müsste, stellte der Bundesbank- Vorstand bei einer Diskussion in Wiesbaden vor.

DDP

Als Abschiedsgeschenk wurde dem SPD-Politiker eine historische Rechenmaschine überreicht. Sie wurde ihm für eine Leihgebühr von einem Euro überlassen.

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Eine davon: Kinder müssten jeden Tag Hausaufgaben machen, was vor Beginn des Unterrichts überprüft werde. „Und wenn sie sie nicht gemacht haben, werden die Eltern zitiert.“ Außerdem schlug er Sanktionen beim Kindergeld vor. „Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt“, sagte Sarrazin. „Was meinen sie, was auf einmal die Hausaufgaben gemacht werden.“ Der für seine markigen Sprüche bekannte Sarrazin glaubt aber selbst nicht, dass er als Bildungsminister besonders erfolgreich gewesen wäre: „Ich wäre nach einem halben Jahr rausgeflogen, es hilft also nix.“

Zu seinen provokanten Äußerungen über Ausländer sagte Sarrazin: „Ob das gelungen war oder nicht, es hat gewirkt.“ Die heftigen Reaktionen seien für ihn unerwartet gewesen. In der Berliner SPD läuft gegen Sarrazin ein Ausschlussverfahren wegen seiner Äußerungen. Auf Einladung des hessischen Integrationsministers Jörg-Uwe Hahn (FDP) diskutierte Sarrazin bei einer Veranstaltung über Integrationspolitik. Vor dem Ministeriumsgebäude protestierten am Dienstagabend Abgeordnete der Linksfraktion im hessischen Landtag gegen die Einladung Sarrazins.

Noch mehr alte und neue Sprüche von Thilo Sarrazin
Der frühere Berliner Finanzsenator und heutige Bundesbanker Thilo Sarrazin macht regelmäßig mit deftigen Sprüchen zu Politik und Gesellschaft auf sich aufmerksam:
Februar 2010 zur Architektur des Bürohauses auf dem Spreedreieck: "Das kommt heraus, wenn man einen Esel mit einem Rennpferd kreuzt."
Februar 2010 zu Kritik daran, dass er nicht persönlich die Verhandlungen über das Spreedreieck geführt hat: "Der General befiehlt einen Angriff, steht aber nicht selbst im Schützengraben."
Februar 2010 über die seiner Ansicht nach große Neigung der Berliner Verwaltung zum Rechtsweg: "Der klassische Berliner Weg war: Wir klagen, das dauert dann vier bis fünf Jahre, kostet doppelt so viel – aber dann bin ich nicht mehr da."
März 2002 zum Berliner Stadtbild: "Nirgendwo schlurfen so viele Menschen in Trainingsanzügen durch die Straßen wie in Berlin."
Januar 2005 zur geplanten Länderfusion: "Das vereinte Land Berlin-Brandenburg ist natürlich immer eine Stadt Berlin mit angeschlossener landwirtschaftlicher Fläche."
August 2006 zur Berliner Finanzlage: "Lassen Sie mich mal so sagen: Der Schutt ist abgeräumt. Wir leben nicht mehr im Jahr 1945, sondern wir leben im Jahr 1947."
Februar 2008 zum Thema Schwarzarbeit: "Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag nur fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet."
Februar 2008 zu seinem Speiseplan für Hartz-IV-Empfänger: Für 4,25 Euro könne man sich "vollständig, gesund und wertstoffreich ernähren".
In der Zeitschrift "Lettre International", Oktoberausgabe 2009:

"Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert."
In der Zeitschrift "Lettre International", Oktoberausgabe 2009:

"Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate."
In der Zeitschrift "Lettre International", Oktoberausgabe 2009:

"Je niedriger die Schicht, desto höher die Geburtenrate. Die Araber und die Türken haben einen zwei- bis dreimal höheren Anteil an Geburten, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Große Teile sind weder integrationswillig noch integrationsfähig. Die Lösung dieses Problems kann nur heißen: Kein Zuzug mehr, und wer heiraten will, sollte dies im Ausland tun."
In der Zeitschrift "Lettre International", Oktoberausgabe 2009:

Über den ehemaligen Berliner Senatsbaudirektor Hans Stimmann: "ein leicht verhaltensgestörter Senatsbaudirektor"



Gegenüber dem Handelsblatt, 27. November 2009

über Kanzlerin Angela Merkel: "Ich rate der Bundeskanzlerin, sich mal im stillen Kämmerlein einzuschließen, zwei Tage ruhig nachzudenken und sich zu überlegen, was sie wirklich will." Außerdem sei ihre aktuelle Politik „ein müder Wiederaufguss der späten Kohl-Jahre".
Mitte Dezember 2009 sagte er in der "Bild"-Zeitung:

"Ich würde Kopftücher im Unterricht untersagen. Sie sind kein religiöses, sondern ein politisches Symbol."
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