Thilo Sarrazin steht weiterhin zu seinen Äußerungen über Ausländer. Man könne über die Formulierungen streiten, sagte Berlins ehemaliger Finanzsenator am Dienstag bei einer Veranstaltung in Wiesbaden. Zur bundesweiten Debatte jedoch hätten sie etwas Positives beigetragen, so der jetzige Vorstand der Bundesbank. Gegen Sarrazin läuft ein Ausschlussverfahren aus der SPD.
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Anfang Mai 2009 trat Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) seinen neuen Job bei der Bundesbank an. Am 30. April 2009 verabschiedete ihn der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).
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Als Abschiedsgeschenk wurde dem SPD-Politiker eine historische Rechenmaschine überreicht. Sie wurde ihm für eine Leihgebühr von einem Euro überlassen.
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Zum Abschied mahnte er die Stadt noch einmal zur Sparsamkeit. Und warnte vor dem bildungspolitischen Bankrott.
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Die Mahnung passte zu Sarrazins Amtszeit. Immer wieder forderte er von den Ressortkollegen Sparsamkeit. Er war dafür verantwortlich, dass sich Berlins gähnendes Finanzloch langsam schloss.
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So wanderten unter seiner Führung viele Vorschläge in den Müll, weil sie zu teuer waren.
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Bevor der SPD-Politiker 2002 in den Kreis der Finanzminister aufgenommen wurde, hatte er bereits einen bewegten Lebenslauf.
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Dieser führte ihn unter anderem zum Internationalen Währungsfonds in Washington, ins Mainzer Finanzministerium und zur Deutschen Bahn.
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Unter seinen Senatskollegen war Sarrazin der wohl umstrittenste. Zwar tilgte er wie keiner vor ihm, Berlins Schulden,...
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... doch nicht alle sahen das als Segen.
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Der Senator nahm selten ein Blatt vor den Mund. Hier in einer Diskussion mit seinem Nordrhein- westphälischen Amtkollegen, Helmut Linssen.
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Der 64-Jährige war vor allem für seine unkonventionelle Ausdrucksweise bekannt. Sprüche über stinkende Beamte und faule Arbeitslose ...
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... ließen Berlins amtierenden Bürgermeister Wowereit nicht selten schlucken.
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Die Behauptung, bayrische Schüler "können mehr ohne Abschluss als unsere in Berlin mit Abschluss", wird auch Bildungssenator Zöllner nicht begeistert haben. Auch Sarrazins letzte Warnung vor dem Bildungsnotstand wird ihn hart treffen.
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Doch weder Raubkatzen noch seine politische Reputation schienen den gebürtigen Westfalen zu beunruhigen.
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Der Senator blieb gelassen, schließlich hatte er nicht nur Kritiker. Mit seinen politischen Erfolgen und seiner unverblümte Art, zog er auch Fans an.
Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin steht zu seinen provokanten Äußerungen über
Ausländer. „Ob das gelungen war oder nicht, es hat gewirkt“, sagte der
frühere Berliner Finanzsenator und SPD-Politiker am Dienstagabend in
Wiesbaden.
Bei den meisten seien die Aussagen richtig angekommen, auch wenn man über
Formulierungen streiten könne. Die heftigen Reaktionen seien für ihn
unerwartet gewesen. Wenn er sich die Wirkung anschaue, habe dies jedoch für
die bundesweite Debatte etwas Positives. „Wenn man das dann einmal gemacht
hat, darf man sich jetzt auch nicht wegducken.“ Da wären auch viele Leute
enttäuscht.
In der Berliner SPD läuft gegen Sarrazin ein Ausschlussverfahren wegen
seiner Äußerungen. Die Entscheidung wird voraussichtlich in einigen Wochen
fallen. Auf Einladung des hessischen Integrationsministers Jörg-Uwe Hahn
(FDP) diskutierte Sarrazin bei einer Veranstaltung über Integrationspolitik.
Mit zugespitzten Äußerungen über das Thema hatte er in den vergangenen
Monaten große Empörung ausgelöst.
Vor dem Ministeriumsgebäude protestierten am Dienstagabend Abgeordnete der
Linksfraktion im hessischen Landtag gegen die Einladung Sarrazins.
„Rassisten ausladen“, forderten sie auf einem Plakat. Auf einem anderen
stand: „Der Hetze gegen Migranten folgt die Einladung ins Ministerium.“
Noch mehr alte und neue Sprüche von Thilo Sarrazin