Stasi-Aufarbeitung
Birthler stellt sich hinter ihren Behörden-Chef
Montag, 8. März 2010 20:17 - Von Dirk Banse, Uwe Müller und Sven Felix KellerhoffMarianne Birthler stellt sich demonstrativ hinter Hans Altendorf. Der Direktor ihrer Behörde habe ihr Vertrauen, sagte die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen.

Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, stellt sich uneingeschränkt hinter den umstrittenen Direktor ihrer Behörde: „Es gibt für mich keinen Grund, Hans Altendorf mein Vertrauen zu entziehen.“ Seine fachlichen Qualitäten seien unbestritten. Laut Birthler hätte das Bundeskabinett andernfalls seiner Ernennung nicht zugestimmt.
Recherchen von Morgenpost Online hatten ergeben, dass Altendorf in den siebziger Jahren verstrickt war in Gruppierungen, die von SED und KGB unterstützt wurden. Das hatte er verschwiegen.
Das stört Birthler jedoch offenbar nicht: Aus dem Umstand, dass Altendorf sich vor 40 Jahren – wie viele andere – in politischen Zusammenhängen engagierte, habe er nie einen Hehl gemacht. Birthler kündigte an, Altendorf werde sich dem Beirat ihrer Behörde (BStU) gegenüber in einem Brief erklären.
Klaus Schroeder, Leiter des Berliner Forschungsverbundes SED-Staat, widersprach Birthler energisch: „Wie sehr Herr Altendorf mit der DDR und SED verstrickt war, war bislang öffentlich nicht bekannt.“ Birthler habe ihrem Direktor einen Blankoscheck ausgestellt. „Die eigentlich spannende Frage ist, ob Hans Altendorf alte DKP-Kader, die von der Stasi begünstigt wurden, deckt – beispielsweise durch restriktive Aktenherausgabe.“






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