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Rechtsextremismus

Zossener Bürger vermissen Rückhalt der Stadt

Ein Haus brennt ab, ein Mensch wird mit dem Tod bedroht, Stolpersteine werden geschändet – Rechtsextremismus in Zossen scheint ein sehr alltägliches Phänomen. Doch Bürger und Stadtverwaltung ziehen offenbar nicht an einem Strang, um gegen das Problem zu kämpfen. Die Initiative „Zossen zeigt Gesicht" kritisiert die Stadt mit deutlichen Worten.

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Pk zu Rechtsextremismus
Foto: dpa/DPA
Jörg Wanke von der Bürgerinitiative "Zossen zeigt Gesicht" zeigt die mit Hakenkreuzen verunstalteten Stolpersteine.

Die Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ hat die Stadtverwaltung nach den erneuten Nazi-Schmierereien und einer öffentlichen Morddrohung gegen eines ihrer Mitglieder kritisiert. „Wir hatten von Anfang an ein Messer im Rücken“, sagte der Sprecher der Initiative, Jörg Wanke. „Wir werden von der Stadt als Nestbeschmutzer betrachtet, weil wir das Problem des Rechtsextremismus angeblich selbst anziehen.“ Die Initiative habe es aber „satt, in einer Stadt zu leben, in der Nazis immer häufiger die Bürger im Alltag herausfordern“.

Die Stadt Zossen verurteilte derweil die erneuten Vorfälle am Wochenende. Auch die Schändung von vier „Stolpersteinen“ zur Erinnerung an in der NS-Zeit deportierte jüdische Mitbürger zeige auf bedrückende Weise die Auseinandersetzung mit den Themen Antisemitismus und Neonazismus.

Die brandenburgische Polizei hat eigenen Angaben zufolge noch keine Erkenntnisse über die Täter, die unter anderem das Geschäft eines Mitglieds der Bürgerinitiative mit den Worten „Du wirst sterben“ verunstaltet hatten.

Ende Januar hatte ein 16-jähriger Neonazi einen Brandanschlag auf das örtliche „Haus der Demokratie“ verübt. Im Zusammenhang war auch Kritik an der zögerlichen Haltung der Stadtverwaltung im Umgang mit dem Rechtsextremismus laut geworden.epd/hed

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