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01.03.10

Interview mit Volker Ratzmann

"Wowereit ist nicht mehr das Zugpferd der SPD"

Die Sympathiewerte für Klaus Wowereit gehen in den Keller, die Grünen dagegen steigen in der Gunst. Der Berliner Senat sei nicht in der Lage, die wesentlichen Probleme der Stadt zu lösen, sagt der Fraktionschef der Grünen, Volker Ratzmann, im Interview mit Morgenpost Online. Wowereit sei abgehoben und arrogant – und nicht mehr das Zugpferd der SPD.

© Reto Klar
Volker Ratzmann
Der jetzige Senat könne die Probleme Berlins nicht lösen, sagt Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann

Würde am Sonntag ein neuer Bundestag gewählt, kämen die Grünen in Berlin auf 24 Prozent, das sind zwei Punkte mehr als noch vor einem Monat. Bezogen auf die Wahl zum Abgeordnetenhaus 2011 sinkt ihr Wert allerdings um einen Punkt auf 19 Prozent. Gleichzeitig verteidigt die SPD mit 25 Prozent ihren Platz als stärkste Partei in der Stadt – während die Sympathiewerte für ihren Spitzenkandidaten Klaus Wowereit in den Keller gehen.

Für den Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann sind die Umfragewerte die Konsequenz einer arroganten und abgehobenen Haltung des Regierenden Bürgermeisters zu den Problemen der Stadt. "Herr Wowereit muss sich nicht wundern, wenn er jetzt abgestraft wird – und auch im Herbst 2011. Er ist nicht mehr das Zugpferd, das er für die Berliner SPD einmal war", sagt Ratzmann. Auch der Senat sei ausgebrannt: "Rot-Rot hat nicht die Kraft, nicht das Personal und nicht die nötigen Ideen." Probleme wie die Schulreform, der öffentliche Dienst oder der Klimaschutz würden nicht angegangen.

Zu einer möglichen Spitzenkandidatur von Renate Künast bei der Abgeordnetenhauswahl 2011 wollte sich Ratzmann nicht äußern. Mit der CDU sieht er Schnittmengen in der Wirtschaftspolitik. Eine Jamaica-Koalition mit der FDP könne er sich jedoch nicht vorstellen.

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