Tarifstreit
Ver.di-Mitglieder quittieren Einigung mit Buhrufen
Dienstag, 9. Februar 2010 20:20Der Tarifkompromiss für die 50.000 Angestellten im öffentlichen Dienst in Berlin ist bei Ver.di-Mitgliedern mit Buhrufen aufgenommen worden. Ihnen waren die Eckpunkte der Einigung auf einer Kundgebung auf dem Wittenbergplatz vorgestellt worden. Am 5. März müssen sie darüber abstimmen.
Der vorläufige Kompromiss im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes in Berlin hat bei Verdi-Mitgliedern Unmut ausgelöst. Einige der rund 2000 Teilnehmer am Warnstreik reagierten bei einer Kundgebung am Wittenbergplatz mit Buhrufen auf die Ergebnisse, auf die sich Senat und Gewerkschaften in der Nacht verständigt hatten.
Auf Kritik stieß unter anderem, dass die Angleichung der Einkommen an das Bundesniveau erst 2017 erreicht werden soll und für 2010 keine Gehaltserhöhungen vorgesehen sind. Die Gewerkschaftsmitglieder müssen den Vorschlägen noch zustimmen, zu denen sie bis 5. März befragt werden sollen. Verdi-Landeschefin Susanne Stumpenhusen hatte die vorläufige Einigung am Morgen als „Kompromiss“ bezeichnet. Der Senat habe im Vergleich zu früher Stunde Schritte nach vorn unternommen. Es seien mehrere Verbesserungen erreicht worden. „Wir haben getan, was wir konnten“, sagte die Gewerkschafterin.
Die Eckpunkte sehen nach Angaben des Innensenators Ehrhart Körting (SPD) vor, dass die knapp 50.000 Arbeiter und Angestellten am 1. August 2011 durchschnittlich 3,1 Prozent mehr Geld bekommen und damit 97 Prozent des Verdienstniveaus in den anderen Ländern erreichen. Bis spätestens 2017 soll das Bundesniveau erreicht werden.
ddp/hed






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