Missbrauchs-Skandal
Canisius-Kolleg schirmt die Schüler ab
Das Canisius-Kolleg sucht den Weg zurück in die Normalität. Am Montag, dem ersten Tag nach den Winterferien, öffnete das Elite-Gymnasium in Tiergarten seine Türen unter Sicherheitsvorkehrungen. Schulleitung und Eltern versuchten, die Schüler von Schaulustigen und Reportern abzuschirmen. Sie sollen in Ruhe lernen können.
Nach den Missbrauchsvorwürfen am Canisius- Gymnasium hat die Schule nach den Winterferien unter verschärften Sicherheitsbedingungen begonnen. Security-Kräfte versperrten für Fremde den Eingang zum Schulgelände. So sollten die Schüler vor Schaulustigen und Journalisten geschützt werden. „An diesem ersten Schultag müssen wir sichern, dass die Kinder in der Schule ihre Ruhe haben können“, sagte ein Sprecher der Schule. Viele Eltern sorgten sich um ihre Schützlinge und brachten sie selbst zum Kolleg. „Ich will nicht, dass meine Tochter angesprochen wird“, sagte ein Vater. Die Vorfälle selbst beunruhigten die Eltern weniger: „Das ist schon so lange her, ich mache mir keine Sorgen um mein Kind“, sagte ein anderer Vater.
Das katholische Canisius-Kolleg in Berlin-Tiergarten steht im Mittelpunkt der Missbrauchs-Vorwürfe beim Jesuitenorden an mehreren Schulen. Zwei frühere Pater des Berliner Elitegymnasiums werden beschuldigt, in den 70er-und 80er-Jahren mehrere Schüler sexuell missbraucht zu haben. Ein dritter Pater, der Anfang der 70er-Jahre auch in Berlin unterrichtet hat, gestand sexuelle Übergriffe auf Jugendliche in Hannover. Schulleiter Klaus Mertes sprach von der „Spitze des Eisberges“.
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