Riskante Finanztransaktionen
Sarrazin wegen Bonus für BVG-Chef in der Kritik
Finanztransaktionen haben der BVG 2007 Millionenverluste beschert. Dennoch bekam der BVG-Chef für das Geschäftsjahr einen fünfstelligen Bonus. Die Opposition übt nun Kritik. Die FDP fordert die Rückzahlung des Bonus und die Prüfung von Schadenersatzansprüchen gegen die Handelnden - wie etwa Sarrazin.
Gegen den früheren Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) wird erneut Kritik laut. Dieses Mal sind es jedoch nicht die oft provokanten und polemischen Äußerungen des einstigen SPD-Spitzenpolitikers, sondern sein Agieren als Aufsichtratsratsvorsitzender der landeseigenen Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). In dieser Funktion hatte Sarrazin dem Vorstandschef der BVG, Andreas Sturmowski, für das Geschäftsjahr 2007 prämiert, obwohl dieser für riskante Finanztransaktionen verantwortlich ist, die der BVG Verluste in dreistelliger Millionenhöhe bescheren können.
Obwohl diese Risiken Ende 2008 bekannt wurden, erteilte der Aufsichtrat Sturmowski die formelle Entlastung und der BVG-Chef bekam eine vertraglich vereinbarte Zusatzvergütung von 87.000 Euro. Diesen Bonus halten Vertreter der Opposition im Abgeordnetenhaus wie der Grünen-Finanzexperte Jochen Esser, aber auch einige Vertreter im Regierungslager angesichts drohender Millionenverluste für nicht gerechtfertigt. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christoph Meyer forderte Sturmowski am Donnerstag auf, den Bonus freiwillig zurückzuzahlen. Vom Senat sollten zudem Schadenersatzansprüche gegen die damals Handelnden geprüft werden.
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