Sexueller Missbrauch
Anwälte planen Zivilklage gegen Jesuitenorden
Ehemalige Schüler des Berliner Canisius-Kolleg, die von Patres missbraucht wurden, fordern eine Aufarbeitung der Fälle vor Gericht. Es gehe um Aufklärung und Genugtuung, nicht um Geld, sagte die Opfer-Anwältin. Ein weiterer Jurist prüft eine Klage in den USA gegen die Jesuiten. Diese könnte für den Orden teuer werden.
Von Joachim Fahrun
Im Fall des sexuellen Missbrauchs am Berliner Canisius-Kolleg hält die Opfer-Anwältin Manuela Groll mögliche Zivilklagen für erfolgversprechend. „Die strafrechtliche Verjährung dürfte eingetreten sein, aber die zivilrechtliche Verjährung, die dürfte noch nicht eingetreten sein“, sagte Groll am Donnerstag im RBB-Sender Radioeins. Klagen werde man voraussichtlich gegen einzelne mutmaßliche Täter sowie gegen den Jesuiten-Orden insgesamt. Ihr Mandant wolle als Hauptbevollmächtigter auftreten, so dass weitere Opfer sich an ihn wenden könnten.
Ihren Mandanten gehe es nicht um Geld, sagte Groll. Man wolle wissen, „wer hat wann wo versagt, wie konnte es dazu kommen und wie konnte es dazu kommen, dass so lange nicht aufgedeckt wurde“. Zudem gehe es auch um Genugtuung für die Geschädigten: „Denen reicht eine Entschuldigung nicht aus.“
Ein weiterer Anwalt von Opfern am Canisius-Kolleg will zudem eine Sammelklage gegen den Orden in den USA prüfen. Dafür gelte es herauszufinden, ob ehemalige Schüler die US-Staatsbürgerschaft haben, sagte Anwalt Lukas Kawka. „Die finanziellen Konsequenzen wären dann für den Jesuitenorden desaströs.“ Geprüft werde aber zuerst eine außergerichtliche Einigung.
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