Sexueller Missbrauch
Jesuiten suchen in Berlin nach Erklärungen
Der Vorsteher des deutschen Jesuitenordens, Stefan Dartmann, hat die Schüler, die von Jesuiten-Patres missbraucht wurden, um Entschuldigung gebeten. Er bat auch um Verzeihung dafür, dass der Orden jahrelang nicht handelte, obwohl Missbrauchs-Vorwürfe aufkamen. Ein Schüler reagierte schließlich: Er verübte 1986 einen Mordanschlag auf einen Pater, der ihn missbraucht haben soll.
Auf Pater Peter R., der des systematischen sexuellen Missbrauchs von Schülern des Canisius-Kollegs verdächtigt wird, ist 1986 ein Mordanschlag verübt worden. Diesen bisher nur von ehemaligen Schülern verbreiteten Vorfall hat das Bistum Hildesheim nun bestätigt. Täter war nach Informationen von Morgenpost Online ein ehemaliger Schüler des Canisius-Kollegs in Berlin. Er soll den ehemaligen Religionslehrer und Leiter der außerschulischen Jugendarbeit „Gemeinschaft christlichen Lebens“ mit einem Messer angegriffen und verletzt haben. Motiv war nach Aussagen damaliger Freunde Rache für die erlittenen Demütigungen. Kurz darauf beging der Angreifer Selbstmord. R. war nach seinem Weggang vom Canisius-Kolleg einige Jahre an der von Jesuiten geführten Göttinger Gemeinde St. Michael in der Jugendarbeit tätig.
Pater Provinzial Stefan Dartmann suchte am Montag im Canisius-Kolleg nach Erklärungen, warum der Orden es zuließ, dass Pater R. und der ebenfalls wegen sexueller Übergriffe aufgefallene Pater Wolfgang S. nicht wenigstens der Kontakt zu Jugendlichen verboten wurde. „Wir lernen jetzt Verantwortung“, sagte er, „im Orden und in der Kirche“. Im Namen des Ordens bat er um Entschuldigung.
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