Volksbank-Filiale Tunnel-Gangster kannten Lücken im Alarmsystem

Foto: Paul Zinken / dpa

Laut Polizeibericht hatte die Steglitzer Bank-Filiale gravierende Sicherheitsschwächen. So sollen Außenwände des Tresors keinen Schutz gehabt haben. Die Täter sollen von den Schwächen gewusst haben.

Die Tunnel-Gangster, die vor etwas mehr als 13 Monaten in eine Steglitzer Volksbank-Filiale eingebrochen waren, sollen nach einem Bericht des Magazins "Focus" von mangelnden Sicherheitsmaßnahmen profitiert haben. So soll im Ermittlungsbericht des Landeskriminalamtes niedergeschrieben sein, dass die Außenwände des Tresorraums über keinerlei Schutzmechanismen wie etwa Alarmfelder verfügt haben.

Auch die beiden Infrarot-Bewegungsmelder im Tresorraum hätten teilweise nur eingeschränkt funktioniert. Ermittler gehen davon aus, dass die Schwächen des Alarmsystems den Tätern bekannt waren. Die Polizei wollte sich am Sonntag auf Anfrage nicht zu dem Ermittlungsbericht des Landeskriminalamtes äußern.

Rechtsanwalt Michael Plassmann, der die Interessen einiger der Geschädigten des Tunnelraubes in Steglitz vertritt, gab im Januar dieses Jahres dem Geldinstitut eine Mitschuld an dem erfolgreichen Bankeinbruch. Er sagte: "Auf Basis der äußerst fundierten Ergebnisse der Ermittlungsbehörden ist es kaum zu leugnen, dass der Tunnelraub hätte vermieden werden können."

Der zuständige Sicherheitsdienst sei im Vorfeld seiner Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen. So hätte es zwei Tage vor der Entdeckung des Raubes eine Alarmmeldung im Tresorraum gegeben, dem die Wachleute nicht nachgegangen seien. Passmann kritisierte "mögliche Lücken bei den Sicherheitsvorrichtungen." Seinen Angaben zufolge hätte es im Tresorraum nicht überwachte Bereiche gegeben. Aber genau dort wurden die Schließfächer aufgebrochen.

Bank weist Vorwürfe zurück

Das Geldinstitut hatte bereits vor einigen Wochen Vorwürfe der Interessengemeinschaft Tunnelraub zurückgewiesen, in der sich Opfer des Einbruchs organisiert haben. In einer Erklärung der Volksbank hieß es, die technischen und baulichen Sicherungsmaßnahmen für die geplünderte Schließfachanlage hätten in vollem Umfang den Anforderungen der Sachversicherer entsprochen.

Volksbank-Sprecherin Nancy Mönch wies Entschädigungsansprüche aller ausgeraubten Bankkunden zurück. Nur wer sich zusätzlich gegen Einbruch, Feuer- und Wasserschäden versichert habe, bekomme seinen Verlust voll ersetzt.

Am 14. Januar 2013 waren Unbekannte durch einen 45 Meter langen Tunnel in den Tresorraum des Geldinstitutes eingedrungen und hatten 300 Schließfächer ausgeraubt. Die Beute hat nach Polizeiangaben einen Wert von rund zehn Millionen Euro. Die Täter konnten bis heute nicht ermittelt werden.

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