Prävention
Berlin startet Kampagne gegen Internet-Sucht
"Update your life" heißt die Aktion, die Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher jetzt gestartet hat. Sie soll Kinder und Jugendliche ohne erhobenen Zeigefinger auf die Gefahren des Internets aufmerksam machen. Jeder vierte Junge surft laut Studien inzwischen täglich mehr als 4,5 Stunden im Internet. Mädchen sind deutlich weniger betroffen.
Echte Küsse sind besser als ein Chat im Internet. Mit solch kleinen Provokationen will das Land Berlin Kinder und Jugendliche künftig vom Computer weglocken. „Update your life“ (Aktualisiere dein Leben) heißt die Kampagne, die ohne erhobenen Zeigefinger auf die Gefahren von Internet-Sucht aufmerksam machen will. Die Kampagne richtet sich an Kinder und Jugendliche, aber auch an verzweifelte Eltern, die ihren Nachwuchs nicht mehr von Computer und Spielkonsole wegbekommen. Auf Postkarten steht deshalb die Aufforderung: „Klink Dich nicht aus“. Gemeint ist das echte Leben.
Nach Experteneinschätzungen und Umfragen erliegen vor allem Jungen und junge Männer den Reizen der virtuellen Welten. Jeder vierte Junge verbringt danach inzwischen jeden Tag in seiner Freizeit mehr als 4,5 Stunden im Internet. Das ist ein Wert, den Kerstin Jüngling, Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention, für sehr bedenklich hält. „Das ist viel Zeit neben Schule, Sport und Freunden“, sagt sie. Das „echte“ Leben werde dabei vernachlässigt. Mädchen zieht das Internet deutlich weniger an.
Vermiesen wollen die Macher der Kampagne das Internet nicht. „Es geht darum, dass Menschen sich nicht von dem neuen Medium vereinnahmen lassen“, sagte Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Mittwoch. Bei vielen Eltern sei die Unsicherheit hoch, ob die Computernutzung ihrer Kinder noch normal ist - oder bedenklich.
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